Kooperation anstatt Konfrontation

Die Anthroposophische Medizin beteiligte sich am „6. Europäischen Kongress für Integrative Medizin“ am 4. und 5. Oktober 2013 in Berlin. Während sich Schul- und Alternativmedizin in früheren Jahren meist unversöhnlich gegenüberstanden, setzt sich heute zunehmend eine integrativ ausgerichtete Medizin durch, die auf Kooperation statt Konfrontation setzt. Wie diese Formen der Zusammenarbeit von konventioneller und komplementärer Medizin sinnvoll weiterentwickelt werden können, wird jedes Jahr auf dem „European Congress of Integrative Medicine“ (ECIM) diskutiert. Auch die Anthroposophische Medizin mit ihrem per se integrativen Ansatz beteiligt sich regelmäßig an diesem fachlichen Austausch.

In diesem Jahr kamen rund 300 Ärzte/innen und Wissenschaftler/innen aus verschiedenen europäischen Ländern zum ECIM in die Charité (Berlin), um neue Forschungsansätze und aktuelle Ergebnisse vorzustellen und gemeinsam einen Weg für eine moderne und integrativ ausgerichtete Patientenversorgung zu finden. Dabei wurde immer wieder deutlich, dass die heutige Medizin vor immensen Herausforderungen steht. Denn auf den Anstieg der chronischen Krankheiten, der unser Gesundheitswesen zu überfordern droht, hat die konventionelle Medizin bisher kaum befriedigende Antworten gefunden. Es sei deshalb eine positive Entwicklung, dass die Integrative Medizin immer stärker nachgefragt werde und inzwischen auch zunehmend in ärztliche Leitlinien einfließe.

Zentrale Rolle der Anthroposophischen Medizin

Ein besonderer Schwerpunkt des Kongressprogramms lag auf der Integrativen Onkologie. Auch zur Misteltherapie wurden neue Studien vorgestellt, zum Beispiel von der Firma Weleda eine prospektive randomisierte Studie zur Misteltherapie bei fortgeschrittenem Pankreas-Karzinom. Die Studie zeigte, dass die Misteltherapie das Überleben der Patienten signifikant steigern konnte. Auch die Lebensqualität hatte sich deutlich erhöht.

Insgesamt war die Anthroposophische Medizin im Kongressprogramm besonders zahlreich vertreten: Viele anthroposophisch orientierte Ärzte und Wissenschaftler präsentierten wichtige Ergebnisse aus Wissenschaft und Forschung und berichteten gleichzeitig über ihre Erfahrungen in Klinik und Praxis. Vor allem aus den beiden großen anthroposophischen Gemeinschaftskrankenhäusern Herdecke und Havelhöhe sowie aus Freiburg gab es zahlreiche Präsentationen und Workshops (zum Beispiel zu Diabetes, Onkologie, Metabolischem Syndrom, Gastroenterologie, Pädiatrie). Mit dieser Präsenz auf dem Kongress konnte die Anthroposophische Medizin ihrer zentralen Rolle in einem integrativ ausgerichteten Therapiekonzept gerecht werden.

Auch der Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD) war wie in den Vorjahren mit einem eigenen Stand im Ausstellerbereich vertreten, um das (internationale) Fachpublikum über aktuelle Entwicklungen aus der Anthroposophischen Medizin zu informieren.

Natascha Hövener