Interventionen als Schnittstelle von Kunst, Architektur und Stadtplanung

Ein Wald aus Dachlatten am Campus einer Hochschule, ein Netzdach aus weißer Kordel über einem belebten Platz in einem Wohnviertel oder eine Mauer aus hunderten Getränkekisten im Hohlraum einer Brücke: Interventionen im öffentlichen Raum sind künstlerische Aktionen, die den Raum, in dem sie stattfinden, verändern. Dabei bringen sie Kunst, Architektur und Stadtplanung zusammen. Willem-Jan Beeren und Florian Kluge, Professoren im Fachbereich Architektur an der Alanus Hochschule, präsentieren gemeinsam mit ihrem Kollegen Ulrich Berding von der RWTH Aachen in ihrem jetzt erschienenen Band „Raum auf Zeit“ zahlreiche Interventionen, die sie in den vergangenen Jahren durchgeführt haben, um öffentlichen Raum zu untersuchen und zu gestalten.

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Temporäre Intervention SPACEmaker! am 17. Juni 2012 in Bonn

Mit ihren zeitlich begrenzten „Eingriffen“ erzielen die Autoren in ihrer Rolle als Planer, Architekten und Künstler vorübergehende Effekte, die den Dialog mit Passanten eröffnen und Erkenntnisse über den Raum bringen. Das Buch zeigt eine Vielzahl von Ideen, Orten und Methoden, dokumentiert durch zahlreiche großformatige Abbildungen und skizzenhafte Projektbeschreibungen. Einige der Aktionen wurden im Rahmen von Lehrveranstaltungen gemeinsam mit Studenten der Fachbereiche Architektur der Alanus Hochschule und der RWTH Aachen erarbeitet und durchgeführt. Ergänzt durch ein Geleitwort von Prof. Dr. Klaus Selle, Inhaber des Lehrstuhls für Planungstheorie und Stadtentwicklung der RWTH Aachen, bietet das Buch einen spannenden und facettenreichen Überblick über die Möglichkeiten der Intervention im öffentlichen Raum. Der zweite Band ist in Vorbereitung und erscheint 2014.

Dr. Julia Wedel

Beeren, Willem-Jan, Ulrich Berding und Florian Kluge: Raum auf Zeit. Temporäre Interventionen im öffentlichen Raum. 138 S., 25,- EUR. ISBN 978-3-00-043327-6

Foto: © Nola Bunke