Schüler helfen mit selbstgehäkelten Mützen

„Möchten Sie ein Stück Kuchen kaufen? Es ist für eine gute Sache.“ An dem Kuchen kam in Sankt Augustin-Hangelar am 26. September 2013 niemand vorbei. Überall standen die Schüler der Freien Waldorfschule Sankt Augustin mit ihren Verkaufsständen verteilt und sprachen Passanten an. Sie zeigten Initiative und beteiligten sich am „Waldorf One World“, dem WOW-Day.

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Eifriger Kuchenverkauf an der Haltestelle.

Einmal im Jahr engagieren sich Schülerinnen und Schüler am WOW-Day einen Tag lang für Waldorfinitiativen in aller Welt. Durch künstlerische Aktivitäten oder Eintags-Arbeitsplätze sammeln engagierte Kinder und Jugendliche Geld für die Waldorfeinrichtungen, die dringend Hilfe benötigen.

Dabei zeigten sich die Schüler aus Hangelar kreativ. Jede Klasse hatte eigene Ideen entwickelt um die Spenden „zu verdienen“. Manche arbeiteten als Aushilfe in verschiedenen Läden, andere putzten Fenster, viele verkauften selbstgebackenen Kuchen und Selbstgebasteltes und einige verkauften selbstgehäkelte Mützen. „Wir haben total viele Mützen verkauft. So um die 90 Stück.“ sagt Jenny aus der 7. Klasse zufrieden. Ihre Klasse hatte für den WOW-Day gleich 40 Mützen gehäkelt.

Schüler in Deutschland äußerten vielfach den Wunsch, mit ihrem Engagement die Welt ein kleines Stück verbessern zu wollen, so entstand 1994 der erste WOW-Day, der inzwischen im 20. Jahr stattfindet. Die Teilnahme am WOW-Day hat stetig zugenommen: Waren es 1994 noch 12 Waldorfschulen, so haben 2012 bereits 244 Schulen und Einrichtungen mitgewirkt.

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Selbstgehäkelte Boshi-Mützen.

 

Die Initiativen, denen die Spendengelder zugute kommen, sind zahlreich und vielfältig: In Israel begegnen sich an der ersten arabischen Waldorfschule verschiedene ethnische und religiöse Gruppen. Im gemeinsamen Schulalltag lernen die Kinder vorurteilsfrei miteinander zu spielen und umzugehen. Eine nach dem großen Erdbeben eröffnete Landschule in Haiti ermöglicht Kindern außerhalb der Hauptstadt Port-au-Prince den Schulbesuch. In São Paulo, Brasilien, erhalten Kinder und Jugendliche aus extremen Armutsverhältnissen die Chance, dem Einfluss von Gewalt und Drogen zu entgehen, indem ihnen gezielt Schulunterricht, Nachhilfe und Workshops angeboten werden.

 

Die gesammelten Spenden gehen jeweils an die Freunde der Erziehungskunst und werden von diesen zu 100% an die Projekte weitergeleitet. Die Verwaltungskosten übernehmen ebenfalls die Freunde der Erziehungskunst, so dass keinen Cent dabei verloren geht!

Serap Lannert

Fotos: Serap Lannert