Lerntipps - nicht nur für Studenten

Bilder und Karten malen hilft

Martin Krengel hat an der Universität Witten/Herdecke Wirtschaftswissenschaft studiert und sich später in St. Gallen und London zum Lerncoach weiter qualifiziert. Der Alumnus kennt also beide Seiten des „Lerngeschäfts“: „Jeder nimmt sich vor, im neuen Semester jetzt aber mal so richtig durchzustarten. Nur klappen tut’s nicht bei jedem.“ Dabei gibt es seiner Meinung nach sechs einfache Schritte, wie es mit dem Lernen doch klappen kann:

1. Strategie bestimmen. Ein Überblick über die Inhalte und Anforderungen der nächsten Prüfung ist in wenigen Minuten erarbeitet, spart aber unzählige Stunden Arbeit. Brich die Lerninhalte unbedingt in kleine, übersichtliche Happen herunter.

2. Aufwärmen. Lerne möglichst zur selben Uhrzeit und finde ein Einstiegsritual (das Lernen „ankern“). Wenn du ein Motivationstief hast, setze dich „nur 10-Minuten“ an eine Lernaufgabe, auf die du am ehesten Lust hast. Achte darauf, was passiert...

3. Das Global Picture suchen. Vorm und beim Lernen sollte dir immer das „Wozu?“ klar sein. Verschaffe dir einen Überblick, generiere Fragen, setze Ziele, bevor es an die Details geht. Das Gute daran: Das Durchblättern von Büchern und Lernstoff fühlt sich nicht schwer an, ist aber unheimlich wichtig fürs Verständnis.

4. Strukturieren. Visualisiere Zusammenhänge. Verwende Strukturkarten, Tabellen, Mindmaps und Diagramme, um Klarheit im Kopf zu schaffen. Die Lernpsychologie zeigt, dass die Strukturierung wahrscheinlich den größten Lerneffekt überhaupt hat.

5. In den Gedankenwettstreit treten. Nur wenn du etwas in konkrete Worte fassen kannst, hast du es wirklich verstanden. Diskutiere mit Freunden, erkunde schreibend bestimmte Fragen. Triff dich regelmäßig mit einer Lerngruppe, und sei es auch nur einmal in der Woche für 15 Minuten nach der Schule / Vorlesung.

6. Gehirnakrobatik betreiben. Ändere und verbiege Infos, bis sie in deine geistige Arena passen. Merke dir Zahlen, Fakten, Vokabeln und Fremdwörter mit Hilfe von kleinen Skizzen, Bildlichen, Akronymen und weiteren visuellen Lernhilfen. Sei kreativ. Lernen darf und sollte Spaß machen. Dann ist es wirklich effektiv.

Krengel empfiehlt aber auch, das Semester richtig einzuteilen: „Am Ende liegen die meisten Prüfungen und bis dahin muss der Atem reichen. Ich empfehle, erst in der Semestermitte nach sechs Wochen einen Lernplan zu erstellen und ab dann mit einer festen Lerngruppe zu einem festen Termin von zwei bis drei Stunden zu arbeiten.“ Darin sollte ein Thema durchgesprochen und auf maximal drei Seiten zusammengefasst werden. Damit werde man so sattelfest, dass es dann in den letzten vier Wochen vor der Prüfung reiche, die Themen noch weiter zusammenzufassen und sich mit Visualisierungen leichter vor Augen zu führen. „Am Ende dieser Zusammenfassungen steht dann ein Spickzettel, den ich Survival-Zusammenfassung nenne: Wer den geschrieben hat, braucht ihn in der Prüfung nicht mehr, weil er das Wesentliche im Kopf hat.“

Universität Witten/Herdecke

Martin Krengel ist Lerncoach, Zeitmanagement-Experte und gibt deutschlandweit Methodenseminare an Universitäten. Er studierte in Witten/Herdecke und St.Gallen Wirtschaftswissenschaften sowie Psychologie in London. Als Autor zeigt er in seinem neuem Buch „Bestnote“ mit welchen Prozessen und psychologischen Tricks die Erinnerungsleitung verdoppelt und die Prüfungsangst minimiert wird.