Eurythmie-Forschungsprojekt

Aufruf zur Mithilfe

Stefan Hasler von der Alanus Hochschule und Martina Maria Sam vom Goetheanum arbeiten derzeit mit weiteren Kollegen an zwei grundlegenden Projekten: Einer Neuausgabe von Rudolf Steiners Toneurythmiekurs und einer Publikation zur Frühgeschichte der Eurythmie. Für beide Projekte benötigen sie Unterstützung bei ihren Recherchen: Notizen, Briefe, Erinnerungen und Hinweise werden gesucht.

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Notizen von Mietta Waller.

Neuausgabe Toneurythmiekurs

Die Neuausgabe des Toneurythmiekurses wird unter anderem die ersten toneurythmischen Angaben aus dem sogenannten ‹Apollinischen Kurs› von 1915 auf Basis der Aufzeichnungen der Teilnehmer dokumentieren. Diese Unterrichtsstunden wurden nicht offiziell mitstenographiert; so bilden die erhaltenen Hörernotizen die einzige Grundlage. Wesentliches, bisher unpubliziertes Material, das ein neues Verständnis der ersten toneurythmischen Schritte gibt, ist bereits aufgetaucht: So fanden sich im Rudolf Steiner-Archiv Originalaufzeichnungen von Marie Steiner, Mieta Waller und eine Abschrift der Originalaufzeichnungen von Tatiana Kisseleff durch Johanna Mücke, die selbst beim Kurs nicht anwesend war. Das Heft von Tatiana Kisseleffs Aufzeichnungen selbst fand sich auf einem privaten Dachboden in Dornach; allerdings hatte Kisseleff ihre Aufzeichnungen mehrfach überarbeitet und ergänzt, so daß sie teilweise nicht mehr die Originalangaben von 1915 enthalten.

Nun versuchen die Forscher seit vielen Monaten, die Nachlässe Notizen, Hefte, Briefe der übrigen Teilnehmer am ‹Apollinischen Kurs› aufzuspüren, nämlich von Elisabeth Baumann-Dollfus, Erna Wolfram und Lory Maier-Smits. Alice Fels und Edith Ritter-Röhrle kamen erst später dazu, auch ihre Notizen könnten für eine Neuaufarbeitung des ‹Apollinischen Kurses› von Bedeutung sein. Die Forscher haben Nachfahren und Freunde der betreffenden Persönlichkeiten befragt, durften viel Hilfsbereitschaft erleben und sind dabei auf dies und jenes gestoßen, aber noch nicht auf das, was sie suchen Aufzeichnungen vom ‹Apollinischen Kurs›. Insbesondere die beiden Hefte von Erna Wolfram aus jener Zeit wären von großem Interesse ihre Originalaufzeichnungen in Gabelsberger Stenographie und ihre Abschrift, die sie 1916 Rudolf Steiner zur Ergänzung und Korrektur vorlegte. Von Bedeutung wäre auch ihr Briefwechsel mit Hendrika Hollenbach zu toneurythmischen Themen.

Stefan Hasler ruft daher zur Mithilfe auf: „Wer weiß, wo diese Sachen sein könnten. Auf Ihrem Dachboden? Oder im Besitz eines Bekannten oder Freundes? Oder haben Sie noch Ideen, wo wir weiter suchen könnten? Wir würden uns über jeden noch so kleinen Hinweis freuen!“

Biographische Skizzen 

Auch in Bezug auf die biographischen Skizzen gibt es noch Lücken. Nachrufe und Totengedenken, die in deutschsprachigen anthroposophischen Medien erschienen sind, wurden ausgewertet; ebenso die Erinnerungsbücher und -aufsätze sowie Mitgliederverzeichnisse. Trotzdem gibt es selbst von einigen Persönlichkeiten, die zu Rudolf Steiners Zeit in der Eurythmie mitgewirkt haben, noch kein vollständiges Lebensbild besonders oft liegen Herkunft und Weg zum Goetheanum im Dunkeln.

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Notizen von Tatiana Kisseleffs. 

Zu diesen noch immer weitgehend unbekannten Persönlichkeiten zählen (in Klammern die Lebensabschnitte, über die kaum etwas bekannt ist): Nina Bogojawlenskaja-Mordowin (sie soll, bevor sie 1915 zum Goetheanum kam, eine «bedeutende russische Revolutionärin» gewesen sein), Natalie Hunziker-von Papoff (ihr Weg vor 1907), Annemarie Groh (Kindheit und Jugend), Jadwiga von Siedlecka (vor 1914), Agnes Spiller (vor 1915), Resi Vorbeck (vor 1921), Constance Birks-Elliot-Dunsmure (vor 1921 und nach 1928), Elisabeth Hensel (vor 1924), Hedwig Köhler (vor 1923, nach 1928), Nina Leskoff (vor 1923, nach 1925). Von Jeanne Witta-Montrobert ist weder das Geburts- noch das Todesdatum bekannt.

Claudia Zanker

Haben Sie Informationen, dann wenden Sie sich bitte an:

Toneurythmie Kurs

Stefan Hasler: per Mail an stefan.hasler@alanus.edu; brieflich: Eilersweg 15, 22143 Hamburg oder per Tel. 040-6778176.

Biographische Skizzen

Martina Maria Sam: per Mail an Martina.Maria.Sam@goetheanum.ch, brieflich: M. M. Sam, Goetheanum, Postfach 134, CH-4143 Dornach oder per Fax 0041-6170642 25.

Fotos: Rudolf Steiner Nachlassverwaltung, Dornach