Bund der Freien Waldorfschulen plädiert für freie Impfentscheidung

Der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) hat aus Anlass des Masernausbruchs an der Freien Waldorfschule Erftstadt die Waldorfeltern aufgefordert, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und eine bewusste Entscheidung unter Einbeziehung aller Gesichtspunkte zu treffen. Einer Impfpflicht, wie sie Gesundheitsminister Bahr als „letztes Mittel“ ins Gespräch gebracht hatte, steht der BdFWS kritisch gegenüber er tritt stattdessen für die freie Impfentscheidung der Eltern ein.

+c8_3.psd
Ärztliches Beratungsgespräch

„Es ist immer eine Abwägung, die auch das Alter und die Gesamtkonstitution des Kindes berücksichtigen muss“ sagt BdFWS-Vorstandsmitglied Henning Kullak-Ublick. Die Entscheidung pro oder contra Impfung sei mit einer großen Verantwortung verbunden, die der eingehenden Beratung durch medizinisch geschulte Fachleute bedürfe. „Diese Beratung ist nicht Aufgabe der Schule, sondern der Ärzte“, betonte Kullak-Ublick. An vielen Waldorfschulen gebe es einen Schularzt, auch er könne Ansprechpartner für die Thematik des Impfens sein.

„Der BdFWS empfiehlt, eine Impfentscheidung erst dann zu treffen, nachdem eine eingehende Beratung durch den Schul- oder Kinderarzt stattgefunden hat“, so Kullak-Ublick weiter, „Impfempfehlungen sollten den Fachleuten vorbehalten bleiben, die Entscheidung den Eltern.“ Diese trügen die Verantwortung für ihr Kind und gegenüber ihrem sozialen Umfeld. Auch wenn es gute Gründe für eine Impfung gebe, zu denen in vielen Familien auch die lange Rekonvaleszenzzeit gehöre, sei der Elternwille ein hohes Gut, das von deren Mündigkeit und Verantwortungsfähigkeit ausgehe.

Die betroffene Schule in Erftstadt arbeitet eng mit dem Gesundheitsamt und mit dem BdFWS zusammen und wird den Schulbetrieb im Juli mit denjenigen wieder aufnehmen, die eine Masernimpfung oder ihren Immunstatus nachweisen können.

Bund der Freien Waldorfschulen e.V.

Foto: © DAMiD