Falsches Signal zur falschen Zeit

World Food Prize

Die SEKEM-Initiative hat mit Bestürzung auf die Ankündigung der Vergabe des diesjährigen „World Food Prize“ an drei multinationale Unternehmen der Biotech-Industrie reagiert, darunter das GMO-Unternehmen Monsanto. Die SEKEM-Initiative unterstützt uneingeschränkt die Erklärung der internationalen NGOs „World Future Council“ und der „Right Livelihood Award Foundation“ („Alternativer Nobelpreis“), die am 26. Juni 2013 in der Online-Zeitschrift „The Huffington Post“ veröffentlicht wurde: „Die Ehrung von Unternehmen der Biotechnologie-Industrie durch den diesjährigen World Food Prize oft als der Nobelpreis für Ernährung und Landwirtschaft bezeichnet steht im direkten Widerspruch zum Mandat des Preises selbst, das in der Förderung der Anerkennung der ‚Bedeutung einer nahrhaften und nachhaltigen Nahrungsmittelversorgung für alle Menschen’ besteht.“

Aus Sicht der SEKEM-Initiative steht die Entscheidung in eklatantem Widerspruch zu der vielfach geäußerten Ablehnung vieler Menschen gegenüber einer weiteren Kommerzialisierung der Landwirtschaft, einer Entrechtung der Landwirte in Entwicklungsländern, und dem großflächigen Anbau von GMOs. „Ein weltweites GMO-Unternehmen mit einem so bedeutsamen internationalen Preis auszuzeichnen, während die überwältigende Mehrheit der Verbraucher in der Europäischen Union sich offen gegen GMOs auf ihren Feldern und in ihren Supermärkten ausspricht, ist ein sehr fragwürdiger Schritt“, sagt Helmy Abouleish, Geschäftsführer der SEKEM Unternehmensgruppe. „In den Industrieländern werfen wir im Schnitt über 30% unserer gekauften Lebensmittel weg. Wir wissen längst, dass Nahrungsmittelknappheit meist politische Ursachen hat. Wir brauchen keine GMO, um sie zu bewältigen.“

SEKEM setzt sich seit über 35 Jahren für eine nachhaltige Landwirtschaft in Harmonie mit der Natur ein und ist überzeugt, dass die biologische und speziell die biologischdynamische Landwirtschaft die einzigen tauglichen Optionen bleiben, die Weltbevölkerung langfristig zu ernähren, ohne die natürliche Umwelt irreparabel zu schädigen. Zusammen mit einer Reform des globalen Handelssystems hinsichtlich größer Transparenz und einer gerechteren Anerkennung der Belange von Produzenten im globalen Süden, ist Bio-Landwirtschaft die beste Lösung, denn sie hilft Böden schützen, stärkt kleinräumigen Anbau und fördert den Erhalt einer Kulturlandschaft mit einer reichen, gesunden Artenvielfalt.

Bijan Kafi