Demenztagebuch

Seit dem 28.06.2013 veröffentlicht das Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) der Universität Witten/Herdecke das Demenztagebuch der studierten Sozialarbeiterin und Kunsttherapeutin Katja Hörter unter „www.dialogzentrum-demenz.de“.

Sie führte als pflegende Angehörige Tagebuch von 2009 bis 2010 über das letzte Lebensjahr ihrer demenzkranken Großmutter. In dem Demenztagebuch von Katja Hörter wechseln sich beschreibende Passagen mit Kommentaren und Reflexionen ab. Mal sind es nur kurze Einträge zur täglichen Situation, mal sind es längere, nachdenkliche Passagen zum Umgang mit ihrer besonderen Lebenssituation. Dabei entschied sich Hörter bewusst dazu, auch die schönen Momente im letzten gemeinsamen Lebensjahr mit ihrer Großmutter festzuhalten. „Das ist ja gerade das Verführerische, wenn man die schönen Sachen weglässt, dann hat man die hinterher nicht mehr“, kommentiert sie diese Entscheidung.

Es besteht in gesellschaftlicher Hinsicht viel Diskussionsbedarf, was die zukünftige Versorgung von demenzkranken Menschen anbelangt. Welche besonderen Herausforderungen gilt es, im Umgang mit Demenz zu meistern? Und wie soll die Pflege überhaupt finanziert werden? Wo und unter welchen Rahmenbedingungen können Menschen mit Demenz am besten gepflegt werden? Am 1. Januar 2013 trat das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) in Kraft, in dem Menschen mit Demenz in besonderem Maße berücksichtigt werden. Doch viele kritisieren die Maßnahme als Tropfen auf den heißen Stein.

Umso wichtiger ist es, von Pflegenden direkt zu erfahren, worin die konkreten Herausforderungen im Umgang mit Demenz bestehen. Derartiges wertvolles Hintergrundwissen ist dem Demenztagebuch der Sozialarbeiterin und Kunsttherapeutin Katja Hörter zu entnehmen: ein wichtiger Beitrag so meinen die Wissenschaftler im DZD zum Verständnis der pflegerischen Situation im Umgang mit Demenz für pflegende Angehörige und Betroffene als auch für Entscheider!

Private Universität Witten/Herdecke