Triumph über Armut und Hoffnungslosigkeit

Der namibische Chor „Thlokomela“ war zu Gast an der Waldorfschule Erftstadt. „Gospel gibt uns Würde und Hoffnung, besonders uns junge Menschen“, sagten die Mitglieder von Thlokomela. Lebensfreude und Spiritualität, vermittelt durch elektrisierenden Chorgesang und Tanz durften die Besucher der Konzerte in der Waldorfschule Liblar und der Friedenskirche Lechenich erleben. Im Repertoire spiegeln sich Weltoffenheit und Tradition: einerseits singen die 14 jungen Tourneeprofis afrikaans, englisch, deutsch, aber vor allem auch in den Sprachen Namibias mit ungewohnten Schnalz- und Klicklauten. Andererseits zeigen die Tanzeinlagen in traditionellem Schmuck ihre Wurzeln ebenso wie die aus dem südlichen Afrika bekannten Chorarrangements mit über allem schwebenden Frauenstimmen und wie zufällig eingestreutem sonoren Rollen und Grunzen.

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14 junge Menschen aus Namibia singen von Lebensfreude und Spiritualität.

Thlokomla heißt auf Deutsch so viel wie „Pass auf!“. Die als Projekt gestartete Formation ist viel mehr als nur ein Chor sie ist ein Lebens-, Zukunfts- und Hoffnungsprojekt aus den wuchernden Elendsvierteln Namibias. Die Jugend Windhoeks, trotz Schulabschluss bedroht vom allgewaltigen Strudel von Perspektivlosigkeit und Kriminalität, versteht die Botschaft gut. „Mach was aus deinem Leben“ und „Wirf dich nicht weg!“ müsste die Übersetzung genaugenommen lauten.

Über 100 Teilnehmer treffen sich wöchentlich zum Singen gemeinsam und auch über die Grenzen der eigenen Kirche und einzelner Bevölkerungsschichten hinweg.

Noch Tage später hallt es in den Familien der Waldorfschule nach: „I love you Jesus, deep down in my heart!“ Dazu machen die Kinder rhythmische Bewegungen.

In drei Workshops trugen die Namibianischen Gäste ihre singende Sozialarbeit auch unter die Klassen der Waldorfschule. Es ist mittlerweile für diese Schule schon Tradition, Musikformationen aus Afrika oder Russland zu Gast zu haben. „Wir legen großen Wert darauf, dass auch die Schüler intensiv in Kontakt mit anderen Kulturen kommen, daher organisieren wir immer passende Workshops mit den Musikern im Unterricht“, so Alfons Thelen-Brücher, Lehrer der Waldorfschule. „Dafür bekommen die Gruppen dann sämtliche Einnahmen aus den Konzerten unsere Schule verdient kein Geld daran, aber die Schülerinnen und Schüler tauchen ein in andere Kulturen, lernen, über den begrenzten europäischen Tellerrand hinaus zu schauen.“

Freie Waldorfschule Erfstadt

Foto: Freie Waldorfschule Erfstadt