Birnbaumskulptur eingeweiht

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Am 17. März fand im Westtreppenhaus des Goetheanum, Dornach, die Vernissage für die Birnbaumskulptur statt. Barbara Schnetzler und Steffen Marreel schufen sie aus dem etwa 130-jährigen, im Mai 2011 abgestorbenen Birnbaum im Osten des Goetheanum.

Rund 70 Menschen folgten der Einladung zur Vernissage mit Ansprachen, Musik und Eurythmie. Dass so viele Menschen aus dem Umkreis des Goetheanum kamen, hängt auch damit zusammen, dass der Baum stiller ‹Zeuge› des Goetheanum-Brands 1922/23 war.

Rik ten Cate, Koordinator der Sektion für Bildende Künste, begrüßte zu dieser „Ausstellung mit einem Exponat“ und machte auf den „stillen Tanz“ der Skulptur aufmerksam. Dass der Birnbaum vor rund 130 Jahren erst einmal ans Goetheanum gekommen sein muss, daran erinnerte die Bildhauerin Sarah Ruh. In dieser Zeit sei Rudolf Steiner noch Student an der Technischen Universität in Wien gewesen. Als Zeuge „eines ganzen Jahrhunderts der anthroposophischen Bewegung“ habe der Birnbaum erlebt, wie sich das Bewusstsein vor Ort veränderte.

Ruh gab dann exemplarische Anregungen für einen Blick auf die Skulptur: auf den natürlichen „Baumanteil“, das „freie Skulpturale“ und das „Figürliche“ im Antlitz, das „dem Werke ein Zentrum gibt“. Die Geste der Skulptur weise über das Sichtbare hinaus. Wie, so fragte Ruh, richte sich die Baumskulptur eigentlich auf der schiefen Ebene des metallenen Untergrunds auf? Damit appellierte Ruh an die eigene Wahrnehmung. Gotlind Schütze ergänzte mit ihrem Gedicht aus Anlass des Fällens des Baumes zwei Aspekte zum Wesen des Baumes: die „Geduldigkeit“ und das Wissen, „dass ich wachsen muss“.

Die Skulptur wurde während der feierlichen Dreiviertelstunde nicht zuletzt von den Künsten begrüßt: von der Musik (Hristo Kazakov) und von der Dichtung mit dem Gedicht „Lasst uns die Bäume lieben“ von Albert Steffen, das in Eurythmie (Sara Kazakov) gezeigt wurde (Sprecher: Fridjof Kronmüller).

Sebastian Jüngel

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Zum Wesen des Baumes gehört die „Geduldigkeit“ und das Wissen, dass er wachsen muss.

Foto: Sebastian Jüngel