7.+8.6.

Normal ist anders

Theater für Afrika

Am Freitag 7. und Samstag 8. Juni, jeweils um 20 Uhr, führt die „Theatergruppe Typ Ich“ ihr Theaterstück „Normal ist anders“ auf dem Dottenfelderhof auf. Vor zwei Jahren trafen sich einige Amateurschauspieler in Niederursel „um mal Theater zu spielen“. Sie wollten kein „normales Stück“ aufführen, sondern etwas Eigenes auf die Bühne bringen. Etwas, das mit den Themen ihres eigenen Lebens zu tun hat. Lange war unklar, ob die Gruppe unter der Regie von Christine Veicht und Angela Dörfel überhaupt aufführen wird. Doch nach und nach wurde aus Improvisationen und Übungen ein Stück, eine Collage. Ein Tagesablauf vom Aufstehen bis zum Abend zieht sich als roter Faden hindurch und eine Handlung gibt es auch sogar mit Liebesgeschichte -. Aber sie steht nicht im Vordergrund.

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Zwei Charaktere - Amateurschauspieler überzeugen.

Es gibt viele schreiend komische, aber auch tiefernste Momente. Die acht Charaktere des Stücks (ein Besserwisser, ein Mannsweib, ein Wandelbarer, ein Zweiländer, eine Kranke, eine Vollzeitmutter, eine Dicke und eine Normale) taugen als Projektionsfläche: Wer von ihnen wäre ich, wenn ich mitmachen würde? Oder welche meiner eigenen Macken hätte ich auf die Bühne gebracht? Fünf Mal wurde das Stück bereits am hof in Niederursel aufgeführt und jedes Mal war der Saal ausverkauft. Als Reaktion auf die Aufführungen gab es Sätze wie: „Das ging direkt ins Herz, so ehrlich, so feinsinnig, so witzig und gleichzeitig so berührend!“ oder „unglaubliche Leistung, gefährliche Gradwanderung mit Takt, Gefühl und Kreativität meisterhaft zusammengefügt!“

Die Einnahmen der beiden Aufführungen sind für einen Schulbau im Khayelitsha Township bestimmt. Khayelitsha befindet sich 20 km südöstlich von Kapstadt und ist eines der am stärksten verarmten Townships von Südafrika. Hier gibt es seit 1989 ein Projekt, das von der Grundschullehrerin Rosalia Mashale gegründet wurde und langsam gewachsen ist.

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Die dargestellten Charaktäre bieten Identifikationsmöglichkeiten.

Heute gibt es dort ein Kinderheim für verlassene, vernachlässigte, misshandelte, vergewaltigte, kranke Kinder, von denen viele Aids haben. Sowie ein Babyhaus, eine Art Krankenhaus für Kinder und junge Mütter mit ihren Babys, und ein Haus für Aids und tuberkulosekranke Erwachsene. Außerdem das so genannte  „Educare Center“, dieses umfasst drei Kindergartengruppen und zwei Vorschulgruppen. In den beiden Vorschulgruppen werden 80 Kinder im Alter von 5 bis 9 Jahren unterrichtet und sie bekommen dort zu essen, was sie Zuhause oft nicht genügend erhalten. Es ist der Wunsch der beiden engagierten Lehrerrinnen dieses Schulprojekt zu erweitern und damit mehr Kindern eine Schulbildung und damit eine bessere Zukunft zu gegen.

I. v. Mackensen, C. Veicht, V. Schmidt

Fr. 7. u. Sa. 8. Juni, 20 Uhr, Normal ist anders. Zwei Benefiz-Aufführungen vom Theaterstück „Normal ist anders“ für einen Schulbau im Khayelitsha Township. Kartenvorbestellung per E-mail: Theater-Typ-Ich@web.de.

Foto: Sascha Kolik