+Melifera.psdFörderpreis Ökolandbau für Imkerei Fischermühle

Auszeichnung für Arbeit zum Wohl der Bienen

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat am 25. Januar 2013 auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin die Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle von Mellifera e. V. im schwäbischen Rosenfeld mit dem Förderpreis ökologischer Landbau ausgezeichnet. Dieser Preis wird jährlich an besonders innovative, ökologisch wirtschaftende Betriebe verliehen, deren Leistungen auch auf andere vergleichbare Betriebe übertragbar sein sollen. Die Jury begründete die Verleihung des Preises an die Demeter-Imkerei Fischermühle mit den besonders anzuerkennenden vorbildlichen Leistungen und Innovationen für die Weiterentwicklung der ökologischen Bienenhaltung. Die Imkerei Fischermühle stehe beispielgebend für eine nachhaltige und besonders tiergerechte Bienenwirtschaft in ganz Deutschland.

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Die Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle gehört zum ökologischen Imkerverband Mellifera e. V., dessen Vorstand Thomas Radetzki ist. Mit dem Förderpreis wird seine jahrzehntelange Arbeit zum Wohl der Bienen gewürdigt. Seit 1985 entwickelt er Konzepte, wie er die insgesamt 150 Völker der Imkerei möglichst natürlich führen und ihre Krankheiten ökologisch behandeln kann. Dafür hat er mit dem Verein den Begriff der wesensgemäßen Bienenhaltung geprägt.

Als Thomas Radetzki mit seiner Arbeit begann, gab es nichts Vergleichbares. Auch die ökologische Bienenhaltung war damals noch ein Fremdwort, so dass Radetzki völlig neue Grundlagen für die Imkerei schuf. Ziel dieser besonderen Art der Bienenhaltung ist es, die Tiere so zu stärken, dass sie mit den belastenden Faktoren der modernen Welt von mangelndem Blütenangebot über importierte Schädlinge bis hin zu Agrargiften möglichst gut zurechtkommen.

Bei der wesensgemäßen Bienenhaltung dürfen die Bienen ihre Waben noch selber bauen. Die Vermehrung der Völker erfolgt auf Basis des natürlichen Schwarmtriebs, es gibt keine künstliche Königinnenzucht, und Krankheiten werden ausschließlich mit ökologischen Mitteln behandelt. Eingriffe des Imkers beschränken sich auf ein Mindestmaß, so dass der Stress für die Bienen reduziert wird. Die wesensgemäße Bienenhaltung bildet heute die Grundlage für die Zertifizierung von Imkereien nach Demeter.

Thomas Radetzki nahm den Preis freudestrahlend entgegen: „Der Preis freut mich gleich doppelt. Zum einen, weil er eine Anerkennung für unsere jahrzehntelange Arbeit ist. Und zum anderen, weil dadurch die Biene und ihre Bedeutung für die Landwirtschaft und eine intakte Natur noch mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt.“

Letzteres ist ein echtes Anliegen für den ideenreichen Imkermeister. „Die Bienen tun unglaublich viel für uns Menschen aber heutzutage brauchen sie auch unsere Hilfe. Je mehr Menschen dazu bereit sind, desto eher haben die Bienen eine Überlebenschance.“

Thomas Radetzki lässt es dabei nicht bei Worten bewenden. Der Imkerverband Mellifera e. V., dessen Vorstand er ist und zu dem die Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle gehört, hat im Laufe der Jahre zahlreiche Initiativen ins Leben gerufen. Beispiele sind das Netzwerk Blühende Landschaft, das sich für ein besseres Blütenangebot in Stadt und Land und damit für eine bessere Nahrungsgrundlage für Bienen und andere Blütenbesucher einsetzt, das Netzwerk „Bienen machen Schule“, das Imker, Lehrer und Schüler zusammenführt und so schon früh das ökologische Bewusstsein schult, die BeeGood-Bienenpatenschaften oder auch das „Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agrogentechnik“, das im September 2011 mit dem Honig-Urteil des Europäischen Gerichtshofs einen spektakulären Erfolg erzielte und u. a. dazu führte, dass Honig mit Gentechnik-Pollen aus den Regalen der Supermärkte verschwand.

Sabine Armbruster

Foto: Mellifera e.V.