Aus der Arbeit der GLS Treuhand

Nepal: Schutzräume für Kinder

Erziehung ohne Gewalt als Grundlage gesellschaftlichen Wandels

In Jhapa, ganz im Osten Nepals, liegt ein kleiner Zufluchtsort. Es ist ein Kindergarten im dörflichen Selbsthilfezentrum für Frauen.

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Erlebnisse teilen und Kraft schöpfen.

In zwei farbig gestrichenen Räumen betreuen Erzieherinnen, die in Montessori-Pädagogik geschult sind, Kinder von Müttern mit geringem Einkommen oder Müttern, die Opfer von Gewalt wurden. Hier finden 50 Kinder im Alter von zwei Monaten bis sechs Jahren täglich liebevolle Betreuung. Zentral ist für Renu Sharma, Gründerin und Präsidentin der Frauenunion in Nepal, gerade auch für die Kleinsten einen gewaltfreien Raum anzubieten. Denn Gewaltfreiheit ist nicht selbstverständlich. Unter der städtischen wie unter der ländlichen Bevölkerung ist Gewalt Teil des Alltags: Gewalt gegenüber Frauen, Gewalt gegenüber Kindern. Kinder werden kaum als eigenständige Wesen angesehen, mit Recht auf ein Leben in Würde. Früh arbeiten sie mit, oft unter harten Bedingungen. Viele werden von ihren Eltern als Tagelöhner verdingt und schuften. Leider ist der Verkauf von Mädchen in die Prostitution nach Indien immer noch sehr häufig.

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Die Frauen leisten oft schwere körperliche Arbeiten.

Renu Sharma weiß um den Zirkel von Gewalt, dass frühere Opfer leicht zu neuen Tätern werden können. Sie kämpft dafür, auch an sehr abgelegenen Orten Zufluchtsräume zu etablieren, die Vorbildfunktion haben und einen würdigen und respektvollen Umgang im Miteinander lehren. 13 Zentren hat die Frauenunion in Nepal etabliert, in denen Kinder aufgenommen werden und die Frauen als sichere Treffpunkte dienen. Die Unterhaltskosten sind sehr bescheiden, und Frauen der Frauenunion, die sich bereits in Mikrokreditgruppen engagieren, tragen einen großen Teil der Kosten.

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Gemeinsam tanzen und spielen.

Zurzeit ist die Arbeit noch auf weitere Unterstützung von außen angewiesen, da sie tabuisiert ist und von staatlicher Seite keinerlei Unterstützung erfährt. Rund 5.000 Euro Zuschuss benötigt jeder Schutzraum pro Jahr für Gehälter, Unterhaltskosten und eine kleine Notfallkasse. Pro Kind sind dies 8,30 Euro pro Jahr. Ihre Spenden werden wir zunächst für das Zentrum in Jhapa einsetzen. Je mehr Spenden eingehen, desto mehr Zentren können gefördert werden.

 

 

Dr. Annette Massmann

Spendenzweck

Nepal: Frauenunion

 

Fotos: © Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe in der GLS Treuhand.