Eine musikalische Idee nimmt Gestalt an

Auftritt von Cantare

Seit 2010 läuft das Projekt „Cantare“, das seinen Anfang als eine recht kleine von Waldorfschülern organisierte Chortagung hatte. Doch dieses Jahr wird etwas größeres geplant, schreibt Sebastian Arnd, einer der Organisatoren.

Mit einem Sprung in die Ungewissheit geht das Chorprojekt Cantare in die 4. Runde. Die etwa zehn Organisatoren aus ganz Deutschland haben sich vorgenommen, die Carmina Burana auf die Bühne zu bringen. Ich bin einer von ihnen und es kommt mir alles noch ganz unwirklich vor. Ich kann mir noch nicht vorstellen, dass sie dann wirklich dastehen, unsere 100 Sänger und 60 Instrumentalisten, oder wie es dann klingt, dieses „O Fortuna“?

Das Projekt

Cantare war bisher eine recht kleine, von Schülern für Schüler organisierte Chortagung, bei der es darum ging, mit Spaß und Freude etwas Großes zu schaffen. Jetzt wollen wir mehr. Wir wollen auf Stufe 10 gehen. Wir wollen endlich mal mehr als Eltern im Publikum. Wir wollen, dass alle sehen, dass Waldorf nicht nur Klassik singt, sondern auch wirklich klasse ist! Deshalb organisieren wir Cantare. Deshalb haben wir uns diesmal eines der aufwändigsten und auch beliebtesten Chorstücke des 20. Jahrhunderts ausgesucht.

Darum suchen wir ab sofort 160 begeisterte Musiker und Musikerinnen, einen Konzertsaal, zwei Dozenten, 41 000 Euro, sieben Küchenhelfer, einen Fahrer, 240 Liter Milch, 70 kg Möhren, und rund 2240 Brötchen, die mit uns ziehen, die bereit sind, uns bei der Realisierung zu helfen, 14 Tage zu proben und am 6. April 2013 mit uns die Carmina Burana aufzuführen.

Wir haben schon: einen Dirigenten, drei Dozenten, 26 Teilnehmer, 200 Adressen von Schülern die gerne singen, einen Flyer, eine Website, einen Brief an alle Waldorfschulen geschickt, jede Woche eine Telefonkonferenz, ein Konzept für den Flyer, die FWS Engelberg als Tagungsort gefunden, zwölf Konzertsäle angefragt, drei Küchenhelfer, unsere Ausgaben berechnet, ein Konzept, wie wir zumindest 29 000 Euro bekommen, 2000 Euro Spenden, Teilnahmebedingungen geschrieben, über Solisten diskutiert. Und ich bin glücklich.

Das Stück

Seit der Uraufführung im Jahre 1937 ist die Carmina Burana zu einem der populärsten Stücke ernster Musik im 20. Jahrhundert geworden. Sie wurde nicht nur in der Werbung verwendet, sondern auch von Musikern wie Ozzy Osbourne adaptiert. Ursprünglich basiert das Werk auf Dramen und Liedtexten aus dem 11. und 12. Jahrhundert, aus denen Orff eine Auswahl von 24 Stücken völlig neu vertont hat. Die Texte handeln von der Wechselhaftigkeit des Glücks und Wohlstands, der Flüchtigkeit des Lebens, der Freude über die Rückkehr des Frühlings, sowie den Genüssen und Gefahren von Trinken, Völlerei, Glücksspiel und Wollust.

Der Komponist

Carl Orff wurde 1895 in München geboren. Seine ersten bekannten Kompositionen sind unter anderem Vertonungen von Gedichten Hölderlins undHeines. Ab 1914 beschäftigte er sich mit Musikpädagogik. 1924 gründete er eine Musik- und Gymnastikschule. Seine Arbeit in dieser Zeit basierte auf der Idee, das musikalisch-rhythmische Gefühl aus der Bewegung zu entwickeln. Es entstand das Orff-Schulwerk. Zwischen 1934 und 1970 schrieb er verschiedene Werke, viele davon für Gesang, u.a die Hymnen für die Olympischen Spiele ’36 und ’72. Auch Stanley Kubrick fragte Orff, ob er die Musik für seinen Film „2001“ schreiben würde. Orff lehnte aus Altersgründen ab. Er starb 1982.

Sebastian Arnd

Quelle: NNA-News

Weitere Informationen: www.cantare-projekt.de..