+c1_4_Logo-Melifferra.psdWichtiger Etappensieg fur gentechnikfreien Honig

Vor wenigen Wochen sorgte die Absicht der EU-Kommission, durch eine Anderung der Honig-Verordnung der Gentechnik auf dem Acker eine Hintertür zu offnen, für Empörung nicht nur in Imkerkreisen. Nun haben die Imkerverbande gemeinsam einen wichtigen Etappensieg fur gentechnikfreien Honig errungen: Der Bundesrat ist den Argumenten der Bienenhalter gefolgt und hat die Bundesregierung darum gebeten, sich auf europäischer Ebene dafür einzusetzen, dass das Urteil des Europäischen Gerichtshofs gegen Gentechnikpollen im Honig nicht nachträglich aufgeweicht wird. Fur die Verbraucherin und den Verbraucher müsse erkennbar sein, ob Honig gentechnisch veraäderten Pollen enthält oder nicht.

Thomas Radetzki, Vorstand des ökologischen Imkerverbands Mellifera und Initiator des Bündnisses zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik, äußerte sich sehr zufrieden über diesen Erfolg: „Es zeigt sich, dass die Imker viel erreichen können, wenn sie geschlossen auftreten und der Politik handfeste und nachvollziehbare Argumente liefern können.
Es gehe hier nicht um Lobbyarbeit fur eine einzelne Berufsgruppe, sondern um den Schutz aller Verbraucher vor Gentechnik im Essen.

Das Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agro-Gentechnik hat unmittelbar nach Bekanntwerden der geplanten Anderung der Honig-Verordnung mit einer Stellungnahme reagiert und diese an den Bundesrat weitergeleitet. Dabei stellten sie klar, dass die beabsichtigte Neuregelung keineswegs, wie von der EU-Kommission dargestellt, im Interesse der Imker sei. Vielmehr liege der Verdacht nahe, dass die Kommission die unbequeme Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zur Gentechnik im Honig rückwirkend aushebeln wolle. Wenn man den Imkern wirklich helfen wolle, wäre eine Änderung des allgemeinen Lebensmittelrechts vollig ausreichend.

Der Bundesrat hat diese Argumente nun in vollem Umfang aufgegriffen und bittet die Bundesregierung, umgehend eine bundeseinheitliche Regelung für den Schutz der Imker vor Verunreinigungen ihres Honigs mit gentechnisch veranderten Organismen (GVO) vorzulegen. Außerdem sollten die Lander ermächtigt werden, unter Berücksichtigung der regionalen Agrarstruktur selber Regelungen zu treffen, die über die der Gentechnik- Pflanzenerzeugungsverordnung hinausgehen. Zudem solle sich die Bundesregierung dafur einsetzen, dass auch europaweit möglichst umgehend eine Regelung für den Schutz der Imker vor Verunreinigungen ihres Honigs mit Gentechnikpollen erstellt wird.

Hintergrund:

Am 9. September 2011 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Honig, der Pollen nicht zugelassener Gentechnikpflanzen enthält, nicht verkehrsfähig ist. Diese als „Honig-Urteil
bekannt gewordene Entscheidung war ein wichtiger Sieg der Imker im Kampf für gentechnikfreien Honig und führte dazu, dass einige Importhonige aus dem Lebensmittelhandel verschwanden. Um den Schutz der Verbraucher und der Imker zu ermöglichen, entschieden die Richter, Pollen wie eine Zutat zu behandeln, da er u. a. durch das Schleudern in den Honig gelangt. Die EU-Kommission möchte mit ihrer Anderung der Honigrichtlinie Pollen generell als natürlichen Bestandteil des Honigs deklarieren. Dies wurde jedoch bedeuten, dass auch Gentechnikpollen ein natürlicher Honigbestandteil wäre. Der Verbraucher hätte damit keinerlei Moglichkeit mehr zu erkennen, ob Honig gentechnikfrei ist oder nicht. Deshalb hatte seinerzeit der Europäische Gerichtshof diese Argumentation der EU-Kommission deutlich zuruckgewiesen.

Mellifera e.V.

Initiativen fur Biene-Mensch-Natur