Buchtipps

Helga Lauten, geboren 1937 in Köln, Mitbegründerin der Freien Waldorfschule in Essen hat aus ihrer reichen Lehrertätigkeit an dieser Schule ein Lesebuch für den Schulgebrauch zusammengestellt. Die vielen Erzählungen sprechen das fast schon vergessene Gemüt in besonderer Weise an, sind heiter und denkwürdig und können gerade den jungen Menschen berühren und ihn anregen, die Sinnfragen des Lebens zu bewegen. Sie dienen damit der Heranbildung und Pflege eines persönlichen Wertebewusstseins und wecken vielleicht auch dadurch die Freude an der Literatur, am Lesen, das in die eigenen Tiefen führt.

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Die Macht der Sprache

Vom Lesen im Buch der Grammatik von Helga Lauten

Dem Erleben der Sprache durch Erzählungen hat nun Helga Lauten 2012 ein zweites Buch zur Seite gestellt, das den Vorlesenden gewissermaßen die Grammatik erleben lässt und ihm damit ermöglicht, freudvoll und lebendig die Grammatik mit den Schülern zu betrachten. Sprachliche Bildungsgesetze, der Entwicklungssituation des Kindes gemäß, und ihre spirituelle Substanz werden aufgezeigt. Die so angeregte Ausbildung des reifenden Sprach- und Denkbewusstseins kann der Macht der elektronischen Medien und des Sprachverfalls entgegenwirken. Nicht zuletzt entsteht in der rechten Betrachtung der Sprache eine ethische Empfindung für die Wirkung der Worte, ein Gefühl für sprachliche Stimmigkeit und Sprachschönheit - im wahrhaftigen Sinne also Menschenbildend.

Spannend ist auch die Darstellung des mittelalterlichen Bildungskanons der Sieben Freien Künste, dem Trivium (Dreiweg) Grammatik, Rhetorik, Dialektik) als unabdingbares Bildungsfundament und dem Quadrivium (Vierweg) durch die ein lebendiges Können der strebenden Seele nach der inneren Heimat des Menschen möglich werden soll.

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Dem Leben begegnen

Ein Lesebuch für den Schulgebrauch von Helga Lauten

Dieses Buch ist eine unverzichtbare Handreichung für alle Sprachlehrer, eine spannende Lektüre und zugleich eine Ermutigung für die, die nicht der Meinung sind, dass Grammatikunterricht unvermeidlich trocken und formalistisch ist. Auch Eltern können so ihre Kinder auf diesem vermeintlich trockenen Gebiet freudvoll begleiten und es selbst neu betrachten lernen.

Eva Salamon

–beide Bücher sind im Alcorde Verlag Essen 2012 erschienen