Was ich Rudolf Steiner schuldig bin

Ein Gespräch: David Marc Hoffmann und Wolfgang Held

David Marc Hoffmann übernimmt im Herbst die Leitung des Rudolf Steiner Archivs. Ein Gespräch über seine zukünftige Aufgabe.

Sie haben bereits 1985 bis 1995

im Archiv gearbeitet, was war

damals der Grund zu gehen?

David Marc Hoffmann: Ich habe zehn Jahre im Archiv und an der Gesamtausgabe intensiv mitgearbeitet, gegen Ende sah ich nicht die Möglichkeiten, editorisch und archivarisch die Dinge so weiterzuentwickeln, wie es mir vor Augen stand. Ich kam direkt vom Studium und suchte Bewegung und Veränderung. Da ergab sich die Gelegenheit, im Schwabe-Verlag zu arbeiten. Gleichwohl habe ich die Geschicke des Archivs weiterhin verfolgt und war seit einigen Jahren im Editionsrat, einem Kreis, der das Archiv berät bei herausgeberischen Fragen.

Die Anfrage, die Leitung des Archivs zu übernehmen, fiel dann zusammen mit meinem Weggang vom Schwabe-Verlag.

Mit dieser Verlagstätigkeit wuchs

sicher ein Netzwerk im deutsch-schweizerischen Kulturleben?

Durchaus. Es entstanden Beziehungen zu Wissenschaftlern, zu Universitäten, zur Akademie für Geistes- und Sozialwissenschaften der Schweiz, zum Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, zum Börsenverein des Deutschen Buchhandels und zum Schweizerischen Buchhändler- und Verlegerverband, vielfältige Kontakte auch zu privaten Stiftungen aus der Notwendigkeit, Druckkostenzuschüsse für Publikationen zu gewinnen.

Welche Rolle spielt dieser Austausch für Ihre neue Aufgabe?

Es braucht eine neue Form der wissenschaftlichen Positionierung des Archivs und der Gesamtausgabe. Die Briefe von Rudolf Steiner liegen bisher nur in zwei Bänden vor. Manche Briefe und Briefwechsel sind andernorts in der Gesamtausgabe z.T. verstreut publiziert, andere Briefe sind noch unpubliziert. Deshalb braucht es eine vollständige Publikation aller Briefe von und an Rudolf Steiner mit Kommentar. Das wird wohl 10 bis 15 Bände ausmachen. Dafür benötigen wir Drittmittel und vielleicht ein Editionskuratorium von anerkannten philologischen Fachkräften.

Könnte das auch die Notizbücher betreffen?

Es sind ja über 600 Notizbücher und 7000 Notizzettel von Rudolf Steiner überliefert. Da sehe ich z.B. eine Datenbanklösung als sinnvolle Form der Archivierung und Edition zugleich. All dies in Büchern zu drucken, ist nicht zu bezahlen. Man muss sie zuerst erschließen, inventarisieren, mit der jeweiligen Anfangszeile, dem ‹Incipit›, identifizieren und transkribieren. Danach liegt eine sogenannte Open-Access-Lösung nahe. Das heißt, man macht diesen Aspekt aus Rudolf Steiners geistigem Schaffen digital und kostenlos öffentlich zugänglich. Das bringt keinen Verkaufserlös, deshalb muss es vollständig finanziert werden. Es könnte eine Aufgabe der anthroposophischen Bewegung, aber auch der wissenschaftlichen Öffentlichkeit sein, das möglich zu machen. Wissenschaftliche Förderinstitutionen und Stiftungen knüpfen ihre Zusagen mittlerweile häufig an solche Open-Access-Forderungen. Damit bin ich in meiner bisherigen Tätigkeit immer wieder konfrontiert worden, auch wenn ich das als Verleger nicht lustig fand. Wie soll ich Bücher publizieren, wenn ich sie nicht verkaufen kann, sondern digital gratis zur Verfügung stellen muss? Für ein Archiv ist es aber eine sinnvolle Lösung, denn ein Archiv ist ja kein Wirtschaftsunternehmen und muss nicht in erster Linie Geld verdienen, sondern soll Dienstleistung anbieten. Steiners Notizen zugänglich zu machen, wäre eine solche Dienstleistung. Da beginnt einem das Herz wie wild zu schlagen, bei solch einem Vorhaben, denn es ist ein riesiges Projekt.

Eine Herausforderung, weil es den suchenden Rudolf Steiner zeigt?

Ja, aber das ist natürlich ein schwieriges Unterfangen. In meiner ersten Archivzeit habe ich ein Notizbuch gefunden, da heisst es: «Meine Vorfahren: Heraklit, Empedokles, Spinoza, Goethe.» Großartige Sache, nicht wahr? Das ist zwar eine handschriftliche Aufzeichnung Rudolf Steiners, aber keine Aussage über sich selbst, sondern eine Notiz von Nietzsche, die Steiner abgeschrieben hat. Das zeigt, dass man Nachlässe, vor allem, wenn es Notizen und Fragmente sind, ausführlich kommentieren und einordnen muss. Wenn ein Autor etwas selbst publiziert, hat er es dem öffentlichen Leben preisgegeben, jeder kann interpretieren und missinterpretieren. Persönliche Aufzeichnungen sind aber nur für einen selbst gedacht. Mit dem Tod werden sie zum Nachlass. Daraus erwächst den Erben eine große Verantwortung: publizieren oder nicht, und wenn ja, wie? Das gilt in gewissem Sinne auch für die Vortragsmitschriften. Hier bezog sich die Intention des Redners zunächst nur auf die Zuhörerschaft im Publikum. Mit der Publikation in Buchform wurde der einst gesprochene zum gedruckten Text und aus der Zuhörerschaft wurde eine Leserschaft, das ändert die Rezeption entscheidend.

Und in diese Aufgabe möchten Sie andere Wissenschaftler einbinden?

Rudolf Steiner muss philologisch und historisch korrekt publiziert werden. Wie man die Dinge im Archiv schützt, ordnet und zugänglich macht, dafür braucht man qualifizierte Wissenschaftler, die Qualifikation ‹Anthroposoph› reicht da nicht. Das Exoterische ist die Philologie, das Esoterische ist der Inhalt, die Anthroposophie selbst.

Geschieht dabei keine Bewertung, die Sachkenntnis, Anthroposophie voraussetzt?

Natürlich. Es braucht eine geistige Nähe zum Gegenstand, mit dem ich umgehe. Deshalb ist für mich unverständlich, wie sich Helmut Zander seit Jahren mit Anthroposophie beschäftigen kann, obwohl er sie offensichtlich verachtet. Er hat vieles richtig gesehen, den Finger auf den wunden Punkt gelegt, aber letztlich ist es eine schreckliche Arbeit, sich mit einer Sache zu beschäftigen, die man negiert. Deshalb braucht es eine affirmative Haltung, das heißt hier beispielsweise anzuerkennen, dass das Briefwerk von Rudolf Steiner ein großer Kulturschatz ist. Man muss aber keinesfalls jeden Satz darin mit Blut unterschreiben können. Die exoterische Verwaltung des Nachlasses ist zu unterscheiden vom Umgang mit dem esoterischen Inhalt.

Wie schauen Sie dabei auf die Wandtafelzeichnungen?

Sie sind natürlich materiell, wegen der Kreide, die abfallen kann, mehr gefährdet als die Manuskripte. Da ist vom Archiv in den letzten Jahren viel geleistet worden und diese Arbeit sollte weitergehen. Zugleich sind sie inventarisiert worden. Mein Vater ist Fotograf und hatte das damals unternommen, alle Tafeln zu fotografieren. Die Wandtafelzeichnungen sind dann in den Museen als Kunstwerke gezeigt worden, aber sie sind ja nicht als Kunstwerke entstanden. Rudolf Steiner hat sie im Kontext seiner Vorträge geschaffen.

Aber heute verstehen wir sie in ihrer imaginativen Ausdruckskraft als Kunst.

Das ist ja auch durchaus richtig, nur darf dabei nicht vergessen gehen, dass die Tafeln eine Funktion innerhalb der Vorträge hatten. Deshalb sind sie zuerst wegen ihres Inhaltes bedeutend und nicht bloss wegen ihrer ästhetischen Dimension. Sonst ‹fehlt leider nur das geistige Band›.

Welchen Umfang an Forschung

wünschen Sie sich als Archivleiter?

Ich träume davon, dass die Forschung weit über das Archiv hinausgeht. Im Archiv haben wir bloß etwa sechs Vollzeitstellen. Forschung kann deshalb weniger durch als vielmehr dank des Archivs geschehen. Dabei bedeutet Forschen häufig Forschenlassen. Das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar forscht ja kaum selber, stellt aber seine Infrastruktur der Forschung zur Verfügung. Ich hoffe, dass wir – auch durch meine Kontakte – Forschende von Schweizer und internationalen Hochschulen dafür gewinnen können, für ausgesuchte Themen Magister- oder Doktorarbeiten zu schreiben. Rudolf Steiners Herausgabe von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften – das ist doch ein interessantes Forschungsfeld. Dafür müssen Rudolf Steiners Zeugnisse aufbereitet und zugänglich gemacht werden. Dazu gehört auch, dass wir öffentliche Archivarbeitsplätze zur Verfügung stellen können. Diplom- und Magisterarbeiten sind dabei nicht nur auf dem inhaltlichen Feld möglich, sondern auch beim Ordnen und Erschließen. Die Notizbücher zu erschließen, das wäre doch eine großartige Aufgabe im Rahmen einer Diplomarbeit einer Bibliothekarsausbildung. Solche Aufgaben zu delegieren, ist Teil der weiteren Öffnung des Archivs.

Was ist noch dafür nötig?

Es braucht mehr infrastrukturelle Voraussetzungen im Archiv. Das Rudolf Steiner Archiv ist ja dadurch groß geworden, dass man die Gesamtausgabe im Blick hatte und die Ausstellungen in den großen Museen der Welt möglich machte. Das Archiv ist dabei aber wenig um seiner selbst willen weiter ausgebaut worden. Übersichten und Inventarlisten dienten vor allem dazu, die Gesamtausgabe erarbeiten zu können, und weniger, um die Archivbestände transparent zu machen. Es gab wenige Mitarbeitende, wie Emil Mötteli, die sich um die mühselige Verzeichnisarbeit kümmerten. Das ist Kärrnerarbeit. Die braucht es, damit wir überhaupt wissen, was in den Archivalien alles steht. Das ist die Grundlage für die inhaltliche Arbeit, für die Interpretation. Es ist natürlich sehr verständlich, dass meine Vorgänger hier nicht den Schwerpunkt sahen, weil die Gesamtausgabe ja immer noch nicht abgeschlossen ist. Mir scheint es aber jetzt an der Zeit zu sein, diese Fleißarbeit der Inventarisierung intensiviert und systematisch in Angriff zu nehmen.

Sie sind auch Museologe, ich wusste nicht, dass es das gibt.

Ich vorher auch nicht. Ich habe zusätzlich zu meinem Germanistik- und Geschichtsstudium ein zweijähriges Nachdiplomstudium der Museumskunde absolviert. Zum Museum gehört neben Sammeln, Bewahren und Forschen auch die Vermittlung. Letztes unterscheidet das Museum von einem Archiv. Die erfolgreichen Ausstellungen in öffentlichen Museen und im Haus Duldeck sind Teil der Vermittlung und gehören deshalb – so sehr ich dem Feld als Museologe zugetan bin – nicht zur eigentlichen Archivarbeit. Walter Kuglers Ausstellungsengagement war der vermutlich wichtigste Beitrag, um Rudolf Steiner so ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Ich tendiere nun eher dahin, dass das Archiv sich stärker auf die Erschließung der Archivalien und deren Edition konzentrieren soll. Die Ausstellungs- und Vermittlungstätigkeit war ja enorm arbeitsintensiv. Ich möchte also auf keinen Fall sagen, dass es zu viel Ausstellungsarbeit gegeben hat, sondern dass es zu wenig Archivarbeit gegeben hat.

Mit welchem Ziel?

Ich wünsche mir für die Zukunft, dass, so wie die Wandtafelzeichnungen zum Gespräch wurden, auch die Kerninhalte der Anthroposophie, etwa Reinkarnation und esoterisches Christentum, ähnlich wie z.B. Jungs Archetypenlehre selbstverständlicher Teil des Kultur- und Wissenschaftsdiskurses werden können. Die Erforschung des Okkulten war immer ein delikates Thema, deshalb haben Kuratoren auch in den Ausstellungen z.T. einen Bogen darum gemacht oder sich sogar davon distanziert (wie Markus Brüderlin in der Wolfsburger Ausstellung).

Der Schwerpunkt lag auf Rudolf

Steiner als Lebensreformer.

Ja und in einer Ästhetisierung und fast einer gewissen ‹Ethnologisierung›. Auch wenn ich die wunderbare Ausstellung zum ersten Goetheanum in Basel betrachte, habe ich den Eindruck, es herrscht im Hintergrund immer noch ein Blick auf Anthroposophen als ein merkwürdiges Volk, Leute aus einer anderen Welt. Vielleicht bin ich da auch etwas sehr empfindlich. Ich wünsche mir jedenfalls, dass man von diesem Gesichtspunkt herunterkommt und einst locker sagen kann: «Aha, Rudolf Steiner erklärt dies und jenes so und so ... »

Wie sehen Sie die Beziehung von Archiv und Goetheanum?

Das Goetheanum ist gebaut worden als Ort der Pflege der Anthroposophie. Hier geht es um die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Anthroposophie. Das Archiv hat dem gegenüber keine genuin inhaltliche Aufgabe. Diese Verschiedenheit, ja Trennung ist eine Chance.

Die Trennung von Archiv und Goetheanum hat aber weniger inhaltliche als vielmehr allzu menschliche, konfliktbeladene Ursachen.

Ich habe hier eine provokative These: Ich sehe den schmerzlichen Nachlassstreit, bei allen schrecklichen, tragischen Formen, die er besaß, doch als Segen für das Werk Rudolf Steiners. Diesen unseligen und peinlichen Streit – was übrigens vielen Nachlasskonflikten eigen ist, ich denke hier etwa an Arno Schmidt – sehe ich als Chance, dass sich die Zuständigkeiten im Umgang mit dem Werk abgegrenzt haben. Die Aufgabe, die Anthroposophie zu pflegen, das Feuer weiterzutragen, das liegt beim Goetheanum, der Hochschule, ihren Sektionen und natürlich den einzelnen Forschenden, nicht aber im Archiv. Die Erhaltung des Werks, das verlässliche und nachhaltige Zugänglichmachen, das ist Aufgabe der Nachlassverwaltung. Wenn diese beiden Aufgaben verbunden gewesen wären, so wäre das katastrophal geworden, wie wir das z.B. von Nietzsches tendenziösen Nachlassausgaben her kennen. Inhaltliches Interesse und editorischer Auftrag wären zwingend in Konflikt miteinander gekommen.

Hella Wiesberger, Walter Kugler,

Urs Dietler sind Anthroposophen

mit Herz und Seele.

Natürlich, sie wussten und wissen ihr inhaltliches Engagement von dem philologischen Ethos, über den wir sprechen, zu trennen. Und der Anstellungsauftrag ist ein archivalischer und editorischer, kein anthroposophischer. Als ich 1985 ins Archiv eingetreten bin, habe ich die Statuten der Nachlassverwaltung studiert. Ich staunte über die Nüchternheit dieser Richtlinien und habe sie als Gewinn betrachtet.

Auch das Studium der Anthroposophie verlangt eine kritische Distanz zum Werk Rudolf Steiners.

Aber diese Aufgabe muss sich dann jeder selbst auftragen, während sie im Archiv konstitutionell gegeben ist. Die kritische Auseinandersetzung mit Rudolf Steiner liegt für mich in der Anthroposophie als Erkenntnisweg selbst begründet. Die Anthroposophische Gesellschaft ist in bestem Sinne eine Interessengesellschaft eines geistigen Gutes. Aber diese Interessengesellschaft sollte nicht die editorischen Aufgaben wahrnehmen. Aus diesem strukturellen Grund fände ich die Idee fatal, die Archive in Dornach (Steiner-Archiv und Goetheanum-Archiv) zusammenzulegen.

Der Nachlassverein besteht nur aus einer kleinen Gruppe von Menschen – ist das in Anbetracht der Dimension des Werkes angemessen?

Der Vorstand der Nachlassverwaltung berät und handelt ja weitgehend auf einer Metaebene. Es geht darum, Archiv- und Editionsaufgaben personell und finanziell überhaupt zu ermöglichen und die generellen Richtlinien festzulegen. Laut meinem Arbeitsvertrag habe ich praktisch freie Hand für die Geschäfte des Archivs und der Edition. Und diese ernste Verantwortung bin ich auch wahrzunehmen bereit. Eine solche Vertrauenshaltung habe ich bereits 1985 bei meinem ersten Anstellungsgespräch mit Gian-Andrea Balastèr erlebt: Ich wurde als Philologe und Historiker eingestellt, Weltanschauungsfragen waren kein Thema.

Wie ergibt sich dann die Richtung der Arbeit?

Für die generelle Archiv- und Editionsarbeit gibt es die erwähnten Richtlinien und ein Organisationsreglement. Darüber hinaus weiß ich, was ich Rudolf Steiner und seinem Werk schuldig bin: eine Öffnung in die Welt hinein, das heißt Möglichkeiten zu schaffen, um über ihn unbefangen sprechen zu können. In einem Beitrag zum Sammelband von Rahel Uhlenhoff (Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart, Berlin 2011) habe ich die Frage gestellt, ob Anthroposophie überhaupt einen ‹Inhalt› hat oder nicht vielmehr eine Methode ist. Ich fühle mich sehr dem ersten ‹anthroposophischen Leitsatz› verpflichtet, der den Methoden-Charakter der Anthroposophie betont.

Was sind Sie sich selbst schuldig?

Ich habe 16 Jahre in einem angesehenen wissenschaftlichen Verlag gearbeitet, 10 Jahre als dessen Leiter. Ich war engagiert im Börsenverein des deutschen Buchhandels, im Vorstand des Schweizerischen Verlegerverbandes und habe viel gelernt und erworben. Es tönt vielleicht pathetisch, aber ich möchte der Welt etwas zurückgeben. Das ist mir ein inniges Anliegen. Vielerorts wird man womöglich über meinen Schritt die Stirn runzeln. Ich habe mich auch in den letzten 16 Jahren mit Anthroposophie beschäftigt und das hat sich in meine Seele eingeschrieben.

Was können die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft für das Archiv tun?

Erkennen, welch unglaublicher Schatz im Archiv liegt – in ihrem Archiv liegt. Je mehr sie uns auch materiell unterstützen, desto mehr können wir in Fortsetzung der Arbeit von Walter Kugler und seinen Kolleginnen und Kollegen Rudolf Steiner sichtbar machen. Die Nachlassverwaltung hat die Aufgabe, dass sie sich um das Werk kümmern muss – die Anthroposophische Gesellschaft sollte die Chance sehen, sich darum kümmern zu dürfen.

Die Fragen stellte Wolfgang Held.

Quelle: Das Goetheanum – Wochenschrift für Anthroposophie, Nr. 28/29, 14.7.12

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KERNSATZ 1

„Ich hoffe, dass wir – auch durch meine Kontakte – Forschende von Schweizer und internationalen Hochschulen dafür gewinnen können, für ausgesuchte Themen Magister- oder Doktorarbeiten zu schreiben. Rudolf Steiners Herausgabe von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften – das ist doch ein interessantes Forschungsfeld.“

KERNSATZ 2

„Ich wünsche mir für die Zukunft, dass, so wie die Wandtafelzeichnungen zum Gespräch wurden, auch die Kerninhalte der Anthroposophie, etwa Reinkarnation und esoterisches Christentum, ähnlich wie z.B. Jungs Archetypenlehre selbstverständlicher Teil des Kultur- und Wissenschaftsdiskurses werden können.“