Alanus Hochschule feierte Jubiläum

Zehn Jahre staatliche Anerkennung als Kunsthochschule Gedichte in der Telefonzelle, Videoprojektionen in einem begehbaren Folientunnel oder Meilensteine zum Selbsterklimmen – am 15. November feierte die Alanus Hochschule zehn Jahre staatliche Anerkennung als Kunsthochschule. Mehrere hundert Besucher begaben sich zur öffentlichen Jubiläumsfeier „Ganzheitlich. Gesellschaft. Gestalten.“ auf eine künstlerischwissenschaftlicher Entdeckungsreise: Seminarräume wurden zur Bühne für Schauspieler und Eurythmisten, an der „Hörbar“ konnten Besucher Kurzvorträge zu philosophischen, pädagogischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Themen „bestellen“ und das leergeräumte Stuhllager bot mit einer Videoprojektion ein ganz neues Raumerlebnis. Lichtprojektionen von Rolf Zavelberg tauchten die Gänge und Räume sowie das Außengelände in ungewöhnliches Licht.

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Eurythmie im Leben - Studenten und Dozenten des Fachgebietes Eurythmie präsentieren Aufführungen und Workshops zur Jubiläumsfeier

Das Motto „Viel zu z/sehn“ zog sich durch den gesamten Abend. Während Studenten den Besuchern das Globusspiel des Universalgelehrten Nikolaus von Kues erklären, griff Architekturprofessor Benedikt Stahl im Nebenraum zum Hammer: Bei einer Auktion zugunsten der Studierenden versteigerte er Kunstwerke und einmalige Gelegenheiten, etwa eine Theateraufführung von Schauspielstudenten im heimischen Wohnzimmer. Vor der Tür wanderten die Besucher über die Meilensteine der Hochschule. Während sie Stimmen zu den Ereignissen der letzten zehn Jahre über Kopfhörer lauschten, hatten sie die Möglichkeit, auf der Wand ihre persönlichen Erinnerungen nieder zu schreiben oder zu malen. „Das 10- jährige Jubiläum als staatlich anerkannte Kunsthochschule ist ein Ereignis, das mich persönlich sehr bewegt und Anlass bot einerseits zurück zu schauen und anderseits den Blick auch nach vorn zu richten“, sagte Gründungsrektor Marcelo da Veiga. Im Festakt vor der öffentlichen Jubiläumsfeier betonte Rolf Bausch, stellvertretender Landrat des Rhein-Sieg- Kreises: „Die Alanus Hochschule entfaltet eine enorme Stahlkraft über die Region hinaus“, während Horst Philipp Bauer, Geschäftsführender Vorstand der Software AG – Stiftung, der Hochschule weitere Unterstützung zusicherte.

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Lichtprojektionen des Künstlers Rolf Zavelberg tauchten den 2009 neu eröffneten zweiten Campus der Hochschule in ungewöhnliches Licht

Mit der staatlichen Anerkennung wurde der Alanus Hochschule am 31. Oktober 2002 der Status einer Kunsthochschule verliehen. Seither hat sie sich rasant entwickelt und ihr Studienangebot um universitäre wissenschaftliche Fächer erweitert. Seitdem wurden 65 Professoren berufen und zahlreiche neue Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt. Dabei ist die Alanus Hochschule beispielsweise die erste und einzige Hochschule in nichtstaatlicher Trägerschaft, in der im Fach Kunst das Staatsexamen für Gymnasien und Gesamtschulen abgelegt werden kann. 2010 erhielt die Alanus Hochschule zudem als erste nichtstaatliche Kunsthochschule Deutschlands die institutionelle Akkreditierung für zehn Jahre und das Promotionsrecht für den Fachbereich Bildungswissenschaft. Durch die Verbindung von Kunst und Wissenschaft, gepaart mit einem ganzheitlichen Bildungsanspruch, hat sie ihr eigenes Profil herausgebildet. In den vergangenen Jahren ist die Alanus Hochschule auch räumlich gewachsen: Auf dem Campus I am Johannishof sind zahlreiche Erweiterungsbauten entstanden, unter anderem die Gebäude für das staatlich anerkannte Bildungswerk Alanus Werkhaus und das Alanus Gästehaus. 2009 wurde der neu gebaute Campus II an der Villestraße in Alfter feierlich eröffnet, der heute die Fachbereiche Architektur, Kunsttherapie, Wirtschaft und Bildungswissenschaft beherbergt. In diesem Herbstsemester studieren an der Alanus Hochschule insgesamt etwa 1000 Studenten in 19 Studiengängen. Damit hat sich die Studierendenzahl seit der staatlichen Anerkennung verfünffacht.

Dr. Julia Wedel

Foto: Britta Schueßling