Aufruf zur Stärkung der Lehrerbildung weltweit

Die Zukunft der Waldorfpädagogik wird in vielen Ländern eine große Rolle spielen. Der Verein Freunde der Erziehungskunst fördert seit vielen Jahren die Aus- und Fortbildung von Waldorflehrern und-erziehern im Ausland. Mit dem Spendenaufruf für die Lehrerbildung im Winter 2012 möchten die Freunde der Erziehungskunst ein wichtiges Zeichen für den Fortbestand der Ausbildung an vielen Orten der Welt setzen, wie in Kapstadt, Nairobi oder in Chengdu.

Angesichts des rasanten Wachstums der Waldorfpädagogik in vielen Teilen der Welt, steigen auch die Herausforderungen an die qualitative Konsolidierung der täglichen praktischen Arbeit in Kindergarten undSchule. In manchen Ländern Südamerikas, Afrikas und Asiens, manchmal sogar in Europa, kann man nurdurch kurze Blockseminare eine Einführung in die Waldorfpädagogik erhalten – und oft bleibt es dabei. Inder Folge haben viele Lehrerinnen und Lehrer trotz ihres Engagements mit methodischen Schwächen und inhaltlichen Lücken zu kämpfen. Hinzu kommt, dass die Anforderungen an eine Schulbildung, die die Kinder von heute auf die Welt von morgen vorbereiten kann, ständig wachsen und nur durch Fortbildungen,die inhaltliche Vertiefung der Arbeit und durch die Entwicklung neuer Fächer zu bewältigen sind.

Als äußerst wirksam hat sich der Einsatz von erfahrenen Mentoren erwiesen, die den einzelnen Lehrer imUnterricht begleiten und praktische Ratschläge geben. Diese individuelle Fortbildung ist oft viel effektiver als der Besuch von Seminarwochen, obwohl auch diese gerade für die Netzwerkbildung ausgesprochenwichtig sind. Haben die Lehrer erst einmal ein Netzwerk mit Fachkollegen, kann auch gegenseitige Hilfegegeben werden.

„Wir wissen, dass es viel einfacher ist, Geld für einen Schulbau zu geben, denn damit wird etwas Bleibendesgeschaffen. Geld für Menschen zu geben, birgt immer das Risiko des Flüchtigen: aber es sind die Menschen, die eine Schule zur Waldorfschule machen und nur durch sie findet Entwicklung statt,“ so Nana Göbel, Vorstand der Freunde der Erziehungskunst.

Katharina Stemann