Aus der Arbeit der Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe

Uganda: Bildungskarrieren

+-B11_5 foto 1.psd

Dank der Förderung durch individuelle Patenschaften erhalten Kinder eine Ausbildung und eine nachhaltige Lebensperspektive. Ein Beispiel.

Reginah Kigongo beim Abschluss ihres Masterstudiums zu organischem Landbau an der Makarere-Universität.

Reginah Kigongo war – als ihre verarmten Eltern starben und sie bei einer entfernten Verwandten, Proscovia Nankja, aufgenommen wurde – ein ugandisches Kleinkind wie Tausende andere. Doch sie hatte Glück: Proscovia Njanka, ihre Adoptivmutter, hatte eine Ausbildung im organischen Landbau am Emerson College in England absolviert und dort die Waldorfpädagogik kennengelernt. Als sie Reginah aufnahm, suchte sie nach einer ugandischen Schule, die ihrer Adoptivtochter eine breite und gute Ausbildung mit vielen kreativen Impulsen bieten sollte. Sie wollte, dass Reginah in eine Klassengemeinschaft kommt, die ihr Halt und Anregung bieten und in der sie eine individuelle Förderung erfahren könnte. Anders als in den zahlreichen ugandischen Schulen, in denen der Rohrstock zur Methode gehört und 80 bis 100 Kinder in einer Klasse die Regel sind.

Reginah Kigongo wurde an der St. Peter‘s School, einer von inzwischen sechs ugandischen Kooperationsschulen der Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe, angenommen. An diesen Schulen haben die LehrerInnen eine zusätzliche waldorfpädagogische Ausbildung absolviert und engagieren sich für ein ugandisches Curriculum kreativer, auf die Förderung des einzelnen Kindes ausgerichteter Pädagogik. Es ist ein Curriculum, das zusätzlich viel praktischen Unterricht einschließt: Nähen, Stricken, Schreinern, Töpfern, Matten und Körbe flechten, das Bauen feuerholzsparender Herde – und den organischen Landbau. Die Schulen verfügen über Schulfarmen, die die Schulküchen mit Mais, Cassava, Bohnen, Bananen, Obst und Gemüse versorgen. Alle Schüler bekommen täglich zwei warme Mahlzeiten.

Unterstützung durch Patenschaften

Als Schülerin der St. Peter‘s School fand Reginah hier in Deutschland, vermittelt durch die Zukunftsstiftung, eine Patin, Frau Wiesner-Friedrichsen, die ihre Schulgebühren fortan finanzierte. Sie förderte Reginah Über die neunjährige Kindergarten- und Schulzeit hinaus bis zum erfolgreichen Abschluss des Bachelors in Landwirtschaft an der renommierten ugandischen Makarere-Universität. Heute wiederum bildet Reginah Kigongo Kleinbäuerinnen im organischen Landbau aus. Ein Zirkel nachhaltiger Entwicklung schließt sich – dank der Förderung durch eine Patenschaft.

+-B11_5 foto 2.psd
Kindergartenkinder der Nambeeta-Schule beim Basteln.

 

Was mit einer Schule, der St. Peter‘s School, in Uganda begann, ist heute ein Verbund von sechs Schulen, die alle in dörflichen Gemeinden liegen. Etwa 1.200 Kinder lernen, essen und leben zurzeit an diesen ugandischen Schulen. Die Eltern der Kinder sind in das Schulgeschehen eng eingebunden. Diejenigen, die ein wenig Schulgeld beitragen können, tun es. In der Mehrzahl arbeiten die Eltern jedoch auf der Schulfarm oder beim Bau und Unterhalt von Gebäuden, um einen Beitrag leisten zu können. Oder sie steuern Feuerholz, Gemüse, Reis, Bananen für die Schulküche bei. Eben das, was ihnen möglich ist.

Mit 31 Euro pro Monat können Sie individuelle Patenschaften zu Kindern an ugandischen Kooperationsschulen der Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe übernehmen. Vom Patengeld werden Schulgebühren und Unterrichtsmaterialien sowie ein kleiner Zuschuss für die Schulmahlzeiten bezahlt. Im Bedarfsfall kommt eine grundlegende medizinische Versorgung dazu. Es ist ein Grundstein für eine eigenständige individuelle Entwicklung eines Kindes und ein Beitrag zum Ausbau der ugandischen Schulbewegung.

Dr. Annette Massmann

Weitere Infomationen zu den Patenschaften erhalten Sie bei Astrid Blei, E-Mail: Ewh@gls.de, Tel. 0234-57975257, Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe, Christstr. 9, 44789 Bochum.

Fotos: Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe der GLS Treuhand