missing image fileWie wollen wir leben

Kongress für Ausbildung und Beruf

Über 90 Schüler nahmen die Workshopangebote der Eltern der Freien Waldorfschule am Kräherwald wahr und informierten sich über Jobs, Ausbildungen und Lebenswege

Wenn Schüler ohne zu murren am Samstagmorgen aus dem warmen Bett aufstehen, um in die Schule zu gehen, dann muss es sich schon um ein besonderes Angebot halten. „Viele Jugendliche aus den oberen Klassen haben uns angesprochen. Es bestand ein hohes Bedürfnis nach Information“, sagte Maximilian (Klasse 11 B) von der Schüler-Mitverwaltung (SMV) der Freien Waldorfschule am Kräherwald. Aus diesem Grund wandte sich die SMV an Lehrer und Eltern mit der Bitte eine Fortbildung zur Berufswahl anzubieten und stieß dort auf offene Ohren. Unter dem Titel „Wie wollen wir leben Kongress für Ausbildung und Beruf“ wurden am 13. Oktober 2012 in vier Workshopeinheiten unterschiedlichste Jobs und Ausbildungsgänge von Eltern vorgestellt. „Über 90 Schüler nahmen das Angebot wahr und informierten sich in den elf parallel laufenden Workshops“, erzählte Gabriele Hiller. Besonders freute sie, dass die Jugendlichen aktiv teilnahmen und es oft zu regen Gesprächen mit Eltern über ihre beruflichen Perspektiven kam.

Tobias (12. Klasse) zum Beispiel belegte den Kurs Produktdesign, Unternehmensberatung und Jura: „Das waren alles sehr interessante Einblicke in die Berufsbilder“, sagt er. Elftklässler Maximilian besuchte die Workshops Medizin und Unternehmensberatung und gewann nun Klarheit über die Dauer der Ausbildung in diesen Berufen. „Solche Randinformationen haben mir weiter geholfen.“ Seine Klassenkameradin Aline war erstaunt, wie interessant Jura sein kann: „Ich hätte das nie gedacht. Denn Jura hatte mich nie gereizt. Aber nach dem mitreißenden Vortrag des Rechtsanwalts und Schülervaters bekam ich Mut darüber nachzudenken.“ Die Aussage von Aline konnten auch die Mitschülerinnen bestätigen, die in die Vorträge der Eltern in Pharmazie gehört hatten, oder am Hebammenkurs teilnahmen. „Ich wusste gar nicht, wie selbstständig ein Apotheker arbeitet“, sagte die eine während die andere den Beruf und die Aufgaben einer Hebamme interessant findet. „Wir werden in jedem Fall versuchen, eine Fortsetzung der Veranstaltung durchzuführen“, kündigte Gabriele Hiller an. Auch die Jugendlichen der SMV wünschen sich eine Wiederholung, allerdings mit einer neuen Ausrichtung der Angebote: „Es wäre toll, wenn sich auch Eltern finden ließen, die künstlerische oder technische Berufe vorstellen.“ Den Jugendlichen ist jetzt schon klar wie Kloßbrühe, dass sie dann auch wieder gerne an einem Samstag aufstehen.

Eva Tilgner