Waldorf inklusiv

Die hessischen Waldorfschulen verstärken ihr Engagement für die Inklusion. Am 9. Oktober konstituierte sich in Frankfurt die „Landesfachkonferenz Inklusion“, in der künftig alle mit dem Thema befassten Eltern und Lehrer der hessischen Waldorfeinrichtungen zusammenarbeiten werden. Als ihren Sprecher benannte die Konferenz Martin Wulff (Albrecht-Strohschein-Schule Oberursel), der schon seit 2004 für die LAG als Landesfachberater für den Förderbereich tätig ist. Darüber hinaus planen die hessischen Waldorfschulen den Aufbau einer landesweiten Beratungsstelle für alle Fragen der Inklusion, die ähnliche Aufgaben wie die staatlichen Beratungs- und Förderzentren wahrnehmen soll.

„In der neuen Verordnung zur sonderpädagogischen Förderung sind die Schulen in freier Trägerschaft vergessen worden“, sagte Norbert Handwerk, Landesgeschäftsführer der Freien Waldorfschulen in Hessen. „Für die Feststellung des besonderen Förderbedarfs bei Schülern freier Träger ist die Zuständigkeit zurzeit unklar. Wir müssen daher eigene Strukturen aufbauen, die auch unsere waldorfpädagogischen Gesichtspunkte besser berücksichtigen können.“ Die Freien Waldorfschulen haben schon immer Schüler mit besonderem Förderbedarf aufgenommen, oft aber ohne dass dieser amtlich festgestellt wurde. Vor allem Eltern wollten den als diskriminierend empfundenen Sonderschul-Stempel vermeiden. „Heute wird Inklusion viel positiver gesehen“, meint Handwerk, dadurch kommen jetzt auch mehr Kinder mit besonderem Förderbedarf auf unsere Schulen zu. Wir müssen daher für Schüler, Lehrer und Eltern dringend unsere Unterstützungsangebote erweitern. Eine landesweit tätige Waldorf-Förder-Beratungsstelle wird dabei ein großer Schritt nach vorn sein.“ 

Norbert  Handwerk