Auf Beuys und Gaudis Spuren

2. Hessischer Tag der Nachhaltigkeit

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„Also, das hätte ich nicht gedacht, dass gerade so viele Mädels beim Mauern mit anpacken werden“, stellt Benedikt, Schüler der 11. Klasse der Freien Waldorfschule Darmstadt, erstaunt fest. Er betreut die Arbeitsgruppe „Dokumentation“, die über die Projekttage hinweg das Oberstufenprojekt „Innenhofgestaltung“ fotografiert, filmt und multimedial betreut. 140 Oberstufenschüler sind seit Mittwoch im Atrium, dem Innenhof der Schule, beschäftigt, die rund 600 qm brach liegende Freifläche zu einem Pausenhof mit nachhaltigem Konzept umzugestalten. Der Ideen-Spatenstich wurde mit einer Vollversammlung der Schüler begangen. Jetzt, wo die Projekttage zu Ende sind, bemerkt Timo Neff, Schulsprecher und Mitorganisator, dass „natürlich erst ein Anfang gemacht ist“. „Bis Ostern wird es weitergehen, dann sollen Holzdecks, Treppenbau, Gartengestaltung, das nachhaltige Wassermanagement des Oberflächenwassers sowie eine 20 Meter lange Sitzbank im Stile Antoni Gaudis fertig gestellt sein“, erläutert er weiter.

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Die Schule hat mit einem enormen Kraftakt in nur drei Wochen den „2. Tag der Nachhaltigkeit“, - eine landesweite Initiative vom Land Hessen - zum Anlass genommen, das Projekt ins Laufen zu bringen. Vorausgegangen war die inhaltliche Arbeit der Arbeitsgruppe „Innenhof“, bestehend aus Eltern, Lehrer und SV, die seit fünf Jahren mit der Erarbeitung von tragfähigen Konzepten beschäftigt ist. Ganz im Sinne der Waldorfpädagogik geht es hierbei um den Gedanken der Rhythmisierung: Anspannung und Entspannung des Schultages, Lernen und Pausen, getragen vom gleichen Ansatz Rudolf Steiners wie zum Beispiel beim Thema Epochenunterricht.

Mit dem heutigen Tag ging der erste große Bauabschnitt zu Ende. So wurden in den drei Tagen das Fundament und der Rohbau der 20 Meter langen geschlängelten Sitzbank erstellt, der im weiteren Verlauf mit bunten Mosaiksteinen versehen werden soll.

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Linda aus der 10. Klasse hatte ihre ersten Erfahrungen mit der Bank in der Gruppe „Modellbau“ sammeln können. „Alles, was ich hier gelernt habe, kann ich auch zukünftig anwenden“, freut sie sich. Das Rechnen, Entwerfen und Erstellen des maßstabsgerechten Tonmodells erinnert schon sehr an ein Ingenieurbüro. Kein Wunder, denn die Gruppe wurde auch unter fachgerechter Leitung angelernt, so hatte sich die Schulmutter und Architektin Franca Schmeiter gefunden. Genauso wie Klaus Feigk, Bauunternehmer und Schulvater die Maurer betreute, Schreinermeister Jürgen Munder den Holzdeck-Bau oder Landschaftsarchitekt Norbert Anders die Treppen- und Gartenbauer.

„Das Projekt hat jetzt schon viele Menschen zusammengeführt - aus Elternschaft, Lehrergemeinschaft und natürlich den Schülern. So hoffen wir, dass später auch der Pausenhof mit seinen Elementen zum Verweilen, Feiern und Entspannen einladen wird und die Gemeinschaft erfreut“, blickt Geschäftsführer Harald Walter-Arndt schon mal zufrieden und hoffnungsvoll in die Zukunft.

Die Gestaltung des Innenhofs soll bis spätestens Ostern 2013 abgeschlossen sein.

Fotos: Benedikt König, 11. Klasse