WOW-Day 2012 - Internationale Brücken

Am 27. September 2012 haben die Schüler der Freien Waldorfschule Wiesbaden alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit Kinder und Jugendliche aus finanziell schwachen Familien im Ausland eine Unterstützung erhalten. Das Kampagnenmotto an diesem einen Tag im Jahr lautete für eine gemeinsame Welt aktiv werden – Waldorf One World.

Eine Brücke zu schlagen zwischen der eigenen Welt, der eigenen Schule und Schülern aus einer fremden Kultur, dass war der starke Wunsch der Klassen damals wie heute. Im Jahr 1994 entstand der erste WOW-Day mit dem Ziel, Schülern aus finanziell schwachen Familien bessere Bildungschancen zu geben.

In diesem Jahr fand das Schülerengagement bereits zum neunzehnten Mal statt. Die Freie Waldorfschule Wiesbaden engagierte sich einen Tag lang mit folgenden Aktivitäten, um benachteiligten Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen: Flohmarkt, Schuhe putzen, singen, Weinlese, Apfel-und Orangensaft pressen und verkaufen, Aufführung im Altenheim, Bastelaktivitäten anbieten, Basteleien verkaufen, Einkaufen für ältere Menschen, Einpack-Aktionen im Supermarkt, Ernten (Obst, Kartoffeln, Gemüse...) und Marktstand, Kuchenverkauf, Nähen, Müll sammeln, Grünanlagen säubern u.v.m.

Auch die pädagogische Dimension des WOW-Day ist nicht zu vernachlässigen. Die Waldorfschule erläutert: „Themen wie Globalisierung, Armut, Reichtum und bürgerschaftliches Engagement werden für die Schüler konkret erlebbar.“

Die positiven Antworten der unterstützten Schulen und Initiativen zeigen, dass das Engagement der Waldorfschüler wirklich helfen kann: 2011 haben 230 Schulen aus 25 Ländern über 320.000 Euro gesammelt, was benachteiligten Kindern von mehr als 50 Waldorfinitiativen in 27 Ländern zu Gute kam.

Die finanzielle Hilfe erreichte beispielsweise eine Waldorfinitiative in Nordisrael. Seit 2004 gibt es dort einen Kindergarten in der arabischen Stadt Shfa‚ram. An diesem Ort begegnen sich Beduinen, Muslime, Christen und Drusen – sie spielen und lernen gemeinsam. Ein Beispiel für gelungene interkulturelle Zusammenarbeit zwischen Schülern, Eltern und Lehrern.

„Für viele Schüler ist es immer wieder erstaunlich, dass Schüler im Ausland nicht die gleichen Möglichkeiten und schulischen Bedingungen haben wie sie selbst“, so Olivia Girard, Kampagnenleiterin bei den Freunden der Erziehungskunst. „Das bewegt Schüler sich aktiv einzubringen nicht nur in Deutschland, sondern mittlerweile auch in Portugal und sogar in Indien.“ Die Freunde der Erziehungskunst unterstützen gemeinsam mit dem Bund der Freien Waldorfschulen und dem European Council for Steiner Waldorf Education (ECSWE) die Schulen bei der Durchführung des weltweiten WOW-Day.

Freie Waldorfschule Wiesbaden