Aus der Arbeit der GLS Treuhand

Tansania: Allein gegen die Familie – Ein mühsamer Weg

Juliana lebt im Norden Tansanias in Ostafrika. Sie ist eine Massai. Ihre Familie lebt von Rindern und Kleinvieh. Juliana war gerade 17 Jahre alt, als ihre Eltern ihr sagten, dass sie nicht mehr zur Schule gehen dürfe, weil sie beschnitten werden und heiraten sollte. Ein 60-jähriger Massai hatte zehn Kühe Brautgeld für sie geboten und wollten sie zur dritten Frau nehmen.

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Juliana flüchtete vor ihrer Familie. Heute besucht sie eine Internatsschule und bereitet sich auf ein eigenständiges Leben vor.

Weil Juliana sich gegen ihre Verheiratung wehrte, wurde sie in einer Hütte eingesperrt. Dorthin wurde der Bräutigam gebracht, der ihr Gewalt antat. Die Mutter bewachte die Tür und hoffte, dass der Mann Juliana schwängern würde, um sie gefügig zu machen. Doch trotz dieser Gewalterfahrung vonseiten ihrer Familie ergab sich Juliana nicht. Ihr gelang die Flucht in die nächste Stadt, wo sie bei der Polizei Schutz suchte.

Zur Tradition der Massaiclans gehört vielerorts immer noch die Verstümmelung der Genitalien von Mädchen. Ein Leben lang sind die Frauen körperlich verstümmelt und seelisch traumatisiert. Spätestens kurz vor der Verheiratung wird die Beschneidung durchgesetzt, denn nach Massai-Tradition darf kein Mann eine unbeschnittene Frau heiraten.

Netzwerk hilft

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Juliana flüchtete vor ihrer Familie. Heute besucht sie eine Internatsschule und bereitet sich auf ein eigenständiges Leben vor.

Nun ist dies ebenso wie Zwangsverheiratung in Tansania offiziell verboten. Deshalb wurden die Eltern verhaftet und bestraft. Juliana fand Zuflucht bei Partnern des Netzwerks Rafael. Seitdem besucht sie eine Internatsschule und ist glücklich darüber, dass sie eines Tages einen Beruf erlernen und unabhängig vom Einkommen eines Ehemannes leben kann. Dieser eigene Beruf und ein eigenes Einkommen sind auch dringend notwendig, da sie mit einer Unterstützung durch ihre Familie nie mehr rechnen kann.

Weltweit sind mehr als 150 Millionen Mädchen und Frauen an ihren Genitalien verstümmelt. Jedes Jahr kommen etwa drei Millionen Frauen hinzu. Unsere Partnerorganisation, das Netzwerk Rafael, unterstützt den Kampf gegen diese Tradition. In Seminaren, Haus-zu-Haus-Aktionen und Vorträgen in Schulen werden die Menschen über die irreparablen Schäden informiert. Zum Beispiel darüber, dass durch hohen Blutverlust und Infektionen ein Drittel aller Mädchen stirbt. Darüber, dass die Überlebenden ein Leben lang an den Spätfolgen leiden.

Für die Beratungs-, Aufklärungs- und Unterstützungsarbeit der Netzwerkorganisation sind jährlich insgesamt ca. 30.000 Euro notwendig.

Ursula Biermann, Dr. Annette Massmann

Spendenkonto:

Dr. Annette Massmann

GLS Gemeinschaftsbank eG

BLZ 430 609 67

Konto-Nr.: 12 330 010

Spendenzweck:

Genitalverstümmelung überwinden

© Fotos: Netzwerk Rafael e.V.

KERNSATZ

Juliana fand Zuflucht bei Partnern des Netzwerks Rafael. Seitdem besucht sie eine Internatsschule und ist glücklich darüber, dass sie eines Tages einen Beruf erlernen und unabhängig vom Einkommen eines Ehemannes leben kann.