Terra Parzival in Slowenien

Geburt eines Questivals

Vom 22.-24. Juni 2012 eröffneten Miha Pogacnik und seine slowenischen Freunde „Terra Parzival“ mit Konzerten, Erzählungen, Vorträgen, und immer wieder herrlichen Speisen und Getränken aus Kellern und Küchen des Landes. Darauf folgte ein mythologischer Weg auf den Spuren der Argonauten und Dantes vom 25.-27. Juni. Der Name „Questival“ wurde geboren für diese ungewöhnliche Art des Reisens.

(englisch: Quest=Suche/Streben, Gralssuche=Quest for the Grail)

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Miha Pogacnik bei der Eröffnung von Terra Parzival in Maribor.

Pogacnik hatte stets seine Guarneri dabei, um an schönen und ungewöhnlichen Orten die musikalischen Prozesse zu gestalten. Im Festsaal von Schloss Ptuj (Pettau) begleitete ihn die Pianistin Diana Baker. Micaela Sauber erzählte von Parzival, Lohengrin, dem goldenen Vlies und slowenischen Feen, Lloba Jence berührte mit ihren alten slowenisch-slavischen Liedern. Den Titel eines slowenischen Kuturbotschafters trägt Pogacnik zu Recht. Wer an den diesjährigen Reisen teilgenommen hat, hat das Land in sein Herz geschlossen.

Die Herkunftsorte der Parzival-Familie benannte Wolfram von Eschenbach in seinem Trevrizent-Gespräch genau: Den Ort des Zusammenflusses von Grajena und Drava, Hajdina (Gandin), Berg Rohas, (Rohitscher Berg), auch bekannt als Botc oder Mont Zal Votsch, der die Lohengrin-Legende beherbergt, Styria - Steiermark usw. Das Schloss Borl-Ankenstein, um das sich Pogacnik bemüht, um dort ein Kulturzentrum für europäische polyphone Identität einzurichten, befindet sich in dieser Gegend.

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Festmahl im Schloss Statenberg.

In der diesjährigen Kulturhauptstadt Maribor bildete das Violinkonzert von Johannes Brahms einen mächtigen Auftakt für diese Initiative, die als eine Metamorphose von Idriart mit seinen weltweiten kulturellen Festivals und Kulturkarawanen angesehen werden kann. Das Werk wurde unter temperamentvoller Anleitung von Miha Pogacnik mit dem Orchester Camerata Labacensis und etwa 150, unter den Musikern sitzenden Zuhörern erarbeitet und anschließend komplett aufgeführt. Ort des Ereignisses war der Verkaufsraum von Porsche in Maribor, der für die Kunst leer geräumt worden war.

„In den Museen Europas können wir keine Probleme lösen. Wir lösen sie in einem Autohaus,“ erklärte Pogacnik. Die wichtigsten Fragen unserer Zeit und der dringenden Notwendigkeit zur Verwandlung unserer eigenen Wahrnehmungsfähigkeit wurden erlebbar gemacht: Der Einsiedler Trevrizent und der Täufer Johannes forderten es so: „Ändert Euren Sinn“ („Kehret Iwer Gemüte“). Pogacnik: „Lernt hören wie nie zuvor! Lasst uns die zweite Unschuld entwickeln und wieder jungfräulich hören ! Lasst uns fühlen lernen, wie die anderen fühlen!“

Lebendiges Kunstwerk

Nach der Inauguration von „Terra Parzival“ machten sich 26 Menschen aus der ganzen Welt unter Miha Pogacniks Leitung auf eine mythologische Reise. Sie führte an kulturgeschichtlich interessante Orte des noch so wenig bekannten Landes Slowenien mit atemberaubend schönen und sehr unterschiedlichen Landschaften.

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Schloss Borl-Ankenstein.

Ein lebendiges Kunstwerk in einer sehr mitteleuropäischen Landschaft am Tor zu Südosteuropa war dieses erste Ereignis von Terra Parzival. Zum Ausdruck von „Terra Parzival“ wurde die eiserne Gralsskulptur des slowenischen Künstlers Miha Kristof, in die alle Teilnehmenden einen kräftigen Impuls mit hinein schlugen. Sie wurde zu allen Orten, an denen sich die Reisegesellschaft versammelte, zu Pferde gebracht.

Anthroposophia stand Patin für diesen neuen Impuls, der von Miha Pogacnik initiiert wurde. Er nennt sie für die Öffentlichkeit Gralswissenschaft. Sie wurde von Rudolf Steiner in seiner Geheimwissenschaft im Umriss denen übergeben, die sie lesen können und wollen. Nicht alle, die mitreisten, die zum Gelingen beitrugen oder die nur staunend dabei waren, wird sie sichtbar geworden sein, doch fühlbar, erahnbar wurde sie allen. Das Gesamtkunstwerk dieser Reise hat alle Teilnehmenden sehr berührt.

Für 2013 sind weitere „Questivals in „Terra Parzival“ und auf den Spuren des goldenes Vlieses geplant.

Micaela Sauber

Fotos: © Terra Parzival