12. - 28.10.

+c10_2_Logo.psdTurmalin-Ausstellung

Der Edelstein mit der größten Farbenvielfalt und den meisten Farbnuancen

Nach vielen Jahren leuchten die Turmaline der Sammlung Turamali des Initiators Dieter Decker wieder an einer Waldorfschule. An der Freien Waldorfschule am Illerblick in Ulm sind im Oktober die farbigen und geometrischen „Naturwunder“ zu bestaunen.

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Turmaline sind wahre Kunstwerke der Natur, sie gelten als Krone der mineralischen Welt und nehmen damit eine einmalige Sonderstellung unter den Edelsteinen, ja in der ganzen Mineralienwelt ein.

Der Name Turmalin stammt vom singhalesischen Wort „turamali“ und bedeutet so viel wie „etwas Farbiges aus der Erde“.

Obwohl schon äußerlich beeindruckend, treten die farblichen und auch geometrischen Besonderheiten des Turmalins zumeist erst in Erscheinung, wenn der Kristall längs oder quer zu seiner Wuchsrichtung in Scheiben von wenigen Millimetern Dicke geschnitten wird. Daraus entstehen Querschnitte, Längsschnitte oder ganze Serien von Querschnitten, die die Verwandlung der inneren Form und Farbfolge durch den Kristall zeigen.

Perfekte Dreiecke

Erst vor wenigen Jahrzehnten wurde entdeckt, dass die Turmalinkristalle, die lange vor den alten Ägyptern und Griechen in der Erde existierten, perfekte gleichseitige Dreiecke in ihrem Inneren bergen. Ebenso zeigt sich häufig eine sternartige Form (dreiflügelige Säule), die an das Zeichen eines schwäbischen Autobauers erinnert. Der Besucher der Ausstellung ist meist von den großen vielfarbigen Turmalin-Querschnitten aus Madagaskar mit der farbigen Zonierung fasziniert. Die Dreieckszeichnung und die vom Zentrum ausgehenden, meist intensiv rot gefärbte dreiflügeligen Säule sowie die Farbenvielfalt innerhalb einer Scheibe sind die Glanzpunkte der Ausstellung.

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Weit über tausend Turmalin-Querschnitte, Querschnitt-Serien sowie Längsschnitte und Turmalinkristalle von den bedeutendsten Fundstellen der Welt geben in Ulm Einblicke in die große Fülle der verschiedenen Erscheinungen und Varietäten der Turmalingruppe.

Im abgedunkelten Ausstellungsraum fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Ringsum strahlen die Turmaline aus speziell angefertigten Leuchtkästen in allen nur denkbaren Farbvariationen. Die Fülle dessen, was an Farben in der Blütenwelt rund um den Erdball verteilt ist, ist in diesen Edelsteinen zusammengefasst. Turmalinkristalle können einfarbig sein, oftmals sind sie jedoch mehrfarbig. Daher spricht man auch gerne vom Edelstein des Regenbogens.

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„Der Turmalin“ erlangte vor ca. zwei Jahrzehnten durch die gleichnamige Monografie des Naturwissenschaftlers, Anthroposophen und Christengemeinschaftspfarrers Friedrich Benesch besonders in anthroposophischen Kreisen Berühmtheit. In diesem umfangreichen Werk wurde unter anderen eine geisteswissenschaftliche Schau über den Turmalin gegeben. Analogien zum Pflanzen- und insbesondere Blütenwachstum wurden gezogen. Eine Besonderheit stellen die Turmalin-Querschnittserien dar, deren Farbzonenabfolge ähnlich dem Aufbau einer Pflanze die Wurzel-, Spross-, Blatt-, Blüten- sowie Frucht bzw. Samenzone erkennen lassen. Dies ist in der ganzen Mineralwelt einmalig. So ist zum Beispiel der aus vielen kleinen Einzelkristallen zusammengewachsene Turmalin des „Aggregat-Typus“ vergleichbar mit der Pflanzenfamilie der Korbblütler, deren Blütenbild ebenfalls aus vielen kleinen Einzelblüten besteht. Auch andere Bildungen am Turmalinkristall, wie seine gerundeten und stängelig-faserigen ausgebildeten Außenflächen erinnern an manche Pflanzenstängel. Zudem haben Querschnitte mit der zentralen dreiflügeligen Säule große Ähnlichkeit mit dem Querschnitt eines Fruchtknotens, z.B. von der einer Tulpe. All diese Phänomene sind in den Schaukästen und Vitrinen zu verfolgen.

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Mineralogisch begründet sich der ungeheure Farbenreichtum der Turmaline durch die Metalle. Wie es die feinchemische Analyse zeigt, ist es hauptsächlich das Eisen, aber auch Chrom, Vanadium, Titan, Mangan, Lithium, Kupfer etc. Turmaline haben eine flexible Kristallstruktur, die es ihnen ermöglicht, viele verschiedene Erzelemente einzubauen. Man entdeckte bisher über 60 davon im Turmalin.

Dieter Decker, der Initiator der Ausstellung TURAMALI, führt zweimal täglich selbst durch die Ausstellung. Er hat bedeutende Fundstellen u.a. in Namibia und Brasilien sowie die weltberühmten Fundorte im Hochland von Madagaskar mehrfach besucht.

Die Ausstellung wird ergänzt durch eine Foto-Sonderschau „Die Farbigkeit des schwarzen Turmalins“. Zu sehen sind Dünnschliffbilder, die der Chemiker und ehemalige Waldorflehrer Hermann Aleff von schwarzen Turmalinen aus der ganzen Welt anfertigte.

Für Turmalinliebhaber bestehen Kauf- und Tauschmöglichkeiten. Der Reinerlös der Ausstellung kommt der Waldorfschule in Windhoek/Namibia sowie dem Straßenkinderprojekt Zaza Faly/Madagaskar zugute.

Simon Beißwenger

Bildquelle: Sammlung Turamali

Ausstellungsort und weitere Informationen:

Freie Waldorfschule am Illerblick, Ulm

Öffnungszeiten: Di. - Fr. 14 - 19 Uhr; Sa. u. So. 11.30 - 19 Uhr

Kosten: 8,-/6,-(erm.), Kinder bis 14 Jahre frei

Führungen mit Dieter Decker täglich 15 u. 17 Uhr.

Vorträge zur Ausstellung:

jeweils um 20 Uhr; Kosten: jeweils 6,-

Sa. 13. Oktober, Der Turmalin - Entstehung, Kristalle, Farben, Vortrag von Wilko Braa, Waldorflehrer, Überlingen

Fr. 19. Oktober, Der Turmalin und die Kraft der Auferstehung; Dietlinde Romanitan, Pfarrerin der Christengemeinschaft, Ulm

Mi. 24. Oktober, Madagaskar- zu den Fundstellen der weltweit schönsten Turmaline. Diavortrag von Dieter Decker, Initiator der Sammlung TURAMALI

Fr. 9. November, Die Farbigkeit des schwarzen Turmalins, Diavortrag von R. und H. Aleff, Marl.