+c9_2_Logo.jpgExperimentieren mit Fantasie und technischen Zahlen

Das Experiment stellt eine „Frage an die Natur“ dar. Dieser Frage kann eine bestimmte Hypothese zugrunde liegen oder sie kann das Ziel haben, ohne bestimmte Hypothese eine bis dahin nicht beobachtete Situation herbeizuführen und sich anschließend vom Ergebnis „überraschen“ zu lassen. Die Ergebnisse eines Experimentes können dann Entdeckungen sein.

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Ein ungleiches Paar: Teil1

Mit ihrer Einladung zur Schulkunstausstellung 2012 unter dem Jahresthema „Experiment“ forderte das Staatliche Schulamt ihre Teilnehmer heraus. Eine Herausforderung, die die Oberstufenschüler der Freien Waldorfschule am Kräherwald mit ihren Lehrern annahmen, wenn auch mit ganz unterschiedlichen Ansätzen. Die in der Ausstellung in den Räumen des Staatlichen Schulamtes aufgebauten Kunstgegenstände sind Werkstücke aus den Unterrichtsfächern Modellbau und Plastizieren. Während bei dem Fach „Modellbau“ mit technischen Zahlen und realistischen Vorgaben gearbeitet wird, fordert das „Plastizieren“ die Fantasie der Schüler heraus.

Entwurf eines Aussichtsturms

Modellbau, 10. Klasse Freie Waldorfschule am Kräherwald. „Wer einfach nur Basteln will, der ist bei mir nicht richtig.“ Werklehrer Rainer Ecke sorgt schon zu Beginn der zehnten Klasse dafür, dass die Schüler bei all ihren Planungen und Aufbauten immer die Realität im Hinterkopf behalten. Bei der Aufgabe den „Entwurf eines Aussichtsturms“ als Modell entstehen zu lassen entwickelten die Schüler originelle, kreative Ideen. Doch bei der praktischen Umsetzung stellten sie fest, was den Unterschied zwischen einem Modell und etwas „Gebasteltem“ ausmacht: „Durch diese Tür kommt doch niemand rein, da solltet ihr noch etwas nachbessern!“ Was die Oberstufenschüler auch ohne Murren taten, schließlich wartet auf sie noch der Wettbewerb mit Jury, zu dem Rainer Ecke am Ende der Modellbauepoche einlädt: „Die Ausschreibung zu einem Wettbewerb ist für die Schüler das Zeichen, dass ihre Entwürfe als mögliche Architektur ernst genommen werden.“

Ein ungleiches Paar

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Container von Pauline

Plastizieren, 12. Klasse Freie Waldorfschule am Kräherwald.

Weniger um Realität als viel mehr um Phantasie geht es dagegen beim Plastizieren im Unterricht von Manuela Tirler. Durch den Besuch von verschiedenen Ausstellungen und Werken von Max Ernst bekamen die Schüler Anregungen, um zwei Torsi zu erstellen. Als Material sammelten sie Müll und andere Schrottelemente, die sie dann so verarbeiteten, dass zwei Figuren als „ungleiches Paar“ entstanden. „Die Herausforderung für die Schüler war, ihre Umweltgegenstände anders wahrzunehmen – so wie junge Kinder oft in Dingen ihre eigenen Entdeckungen machen“, sagt Oberstufenlehrerin Manuela Tirler. Immer wieder stellt sie fest, wie tief verschüttet die Phantasie bei Jugendlichen und Erwachsenen liegt: „Durch solche Übungen entdecken die Schüler die „Sprache des Sehens“ wieder.

Freie Waldorfschule Kräherwald

Weitere Informationen über die Ausstellung: Staatliches Schulamt, Stuttgart, Bebelstraße 48, 70178 Stuttgart (bis 26. September 2012) Tel. 0711-6376-206.

Fotos: © FWS Kräherwald