Caspar Pauli erhält Alanus Preis für Bildende Kunst 2012

Förderverein der Kunsthochschule zeichnet Berliner Künstler aus

Zum zweiten Mal hat der Förderverein der Alanus Hochschule den Alanus Preis für Bildende Kunst vergeben: Eine Jury aus namhaften Vertretern der Kunst- und Kulturszene zeichnete Caspar Pauli mit dem mit 5.000 Euro dotierten Preis aus. Der in Berlin lebende Künstler studierte von 2002 bis 2006 an der Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn Malerei. Er darf sich neben dem Preisgeld auch über eine Einzelausstellung im Stadtmuseum Siegburg freuen, die im Herbst 2013 eröffnet und mit einem Katalog dokumentiert wird. Für den Preis konnten sich Ehemalige und Studenten der Alanus Hochschule bewerben.

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Installationsansicht - Child of Poseidon.

Pauli überzeugte die Jury mit seinen authentischen und zugleich überraschenden künstlerischen Arbeiten: „Das Werk des Künstlers ist zwischen Architektur, Zeichnung und Inszenierung angesiedelt. Es besticht durch Vielfältigkeit auf der einen und Konsequenz auf der anderen Seite,“  begründet die Jury ihre Entscheidung. „Einerseits schafft er – ausgehend  von zeichnerischen Arbeiten – immer wieder neue malerische Positionen. Andererseits gelangt er durch partizipative Ansätze zu überraschenden Lösungen im öffentlichen Raum,“  führt die Jury weiter aus. Über den diesjährigen Preisträger freut sich Marcelo da Veiga, Rektor der Alanus Hochschule, besonders, da die interdisziplinäre und kollaborative Arbeitsweise des Künstlers auch der Ausrichtung der Hochschule entspricht.

Der Künstler

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Für mich ist dieser Preis vor allem auch eine zukunftsweisende Auszeichnung für die kollaborative Arbeit mit der Künstlerin Birgit Auf der Lauer, da sich zwei verschiedene Arbeitsweisen durch gemeinsame Projekte über die Grenzen ihrer Disziplinen hinaus weiter entwickeln konnten.“

Eine zentrale Arbeit des bisherigen malerischen Oeuvres von Caspar Pauli ist die Serie „Selbstbraeuner“. Sie entsteht seit 2006 in mehreren Zyklen. Mit Aquarell und Gouache überträgt er hier farbige Urlaubsfotos auf grundierte, geschmirgelte und polierte Leinwände, wobei er immer wieder die Farbe aufträgt und abwäscht. So reduziert er das Motiv des Fotos auf eine in seinen Augen essentielle Einzelheit. „Mit dieser visuellen Geste erzeuge ich Bilder, die dem Foto sehr nahe stehen, die jedoch das Einzelne, das Private, ins Allgemeingültige transformieren und so das Erinnern thematisieren“, erläutert der Künstler.

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Caspar Pauli - Selbstbräuner

Aktuell präsentieren Caspar Pauli und Birgit Auf der Lauer auf der „Ostrale 2012 – Internationale Ausstellung für zeitgenössische Kunst“ in Dresden die Arbeit „Child of Poseidon“. In diesem Projekt haben die beiden Künstler das Kanufahren als eine ästhetisch-kritische Praxis eingesetzt, um das Stadtgebiet des Berliner Osthafens bildlich und erzählerisch aus einer anderen Perspektive zu rekonstruieren. Sie setzten hierfür Fotografien und Zeichnungen ein und unternahmen Kanuexkursionen mit Experten aus unterschiedlichen Bereichen. Entstanden ist ein ungewöhnliches Stadtportrait, das sie in Tusche auf beinah fünf Meter langen Transparentpapier-Bahnen (4,90 x 1,50 m) präsentieren, die sich horizontal aus einem aufgestellten Kanu ausrollen.

Caspar Pauli beteiligte sich nach seinem Studium an der Alanus Hochschule an zahlreichen künstlerischen Projekten, Ausstellungen und Theaterinszenierungen. Außerdem studierte er von 2008 bis 2012 Bühnen- und Kostümbild an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Seit 2009 besteht eine intensive künstlerische Zusammenarbeit zwischen Caspar Pauli und Birgit Auf der Lauer.

Die Jury und der Preis

Zur siebenköpfigen Jury gehörten Dr. Gabriele Uelsberg, Direktorin des Rheinischen Landesmuseums Bonn, Dr. Gundula Caspary, Kuratorin im Stadtmuseum Siegburg, Dr. Bernhard Zünkeler, Kurator und Geschäftsführer der in Berlin und Bonn ansässigen Galerie E105 sowie Amely Spötzl, Künstlerin und Preisträgerin im Jahr 2010. Ebenfalls Jurymitglieder waren die Frankfurter Galeristin Kim Behm, der Künstler und Kurator Dr. Christoph Dahlhausen sowie die Bonner Kunsthistorikerin Petra Thorand.

35 Studenten und Absolventen der Alanus Hochschule hatten sich mit ihren Werken für den Preis beworben. Die Bewerber reichten Werke aus den Sparten Malerei, Grafik, Skulptur, Installation, Performance sowie Foto- und Videokunst ein. Ziel des Preises, den der Alanus Förderverein 2010 erstmalig ausgeschrieben hat, ist die Förderung des künstlerischen Nachwuchses der Hochschule. Die feierliche Preisverleihung findet im November an der Alanus Hochschule statt. Kooperationspartner und Förderer des Alanus Kunstpreises sind das Stadtmuseum Siegburg und die Stiftung der Kreissparkasse Köln.

 Anja Piske

Fotos: Caspar Pauli