Atomausstieg beeinflusst Strompreise kaum

Der Atomausstieg führt nicht notwendigerweise zu höheren Preisen, insbesondere wenn der Stromverbrauch nicht ansteigt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die Greenpeace beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Auftrag gegeben hat. Darin untersucht das DIW, wie sich der Atomausstieg auf die Strompreise und den Klimaschutz auswirkt.

Das Ergebnis: Die Großhandelsstrompreise werden durch den Atomausstieg minimal steigen. Entscheidend für die Entwicklung des Strompreises ist aber eine wirkungsvolle Effizienzpolitik, die den Energieverbrauch stabil hält. Dann können die restlichen Kraftwerke die Nachfrage überwiegend befriedigen. Diese Effizienzpolitik kann den Preiseffekt des Atomausstiegs abfedern und mittelfristig sogar gegenüber der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke senken. Zudem sorgt der Ausbau Erneuerbarer Energien dafür, dass sich die Strombörsenpreise trotz steigender Gas- und Kohlepreise kaum erhöhen werden.

Wenn die Strompreise steigen, ist nicht der Atomausstieg der Sündenbock, sondern Wirtschaftsminister Rösler, der die Energieeffizienz blockiert, sagt Niklas Schinerl, Energieexperte von Greenpeace. Wenn Rösler den Stromverbrauch nicht stabil hält, setzt er die Energiewende nicht richtig um - und dann werden die Preise steigen.

Beate Steffens

Greenpeace