Rio+20

Schutz globaler Wasserressourcen

Anlässlich des Rio+20 Earth Summit kündigte jetzt eine Gruppe von 45 Geschäftsführern ihr Engagement für eine bessere Wasserbewirtschaftung durch ihre Unternehmen an und rief die Regierungen Mitglieder des Gipfels dazu auf, der Bewältigung der globalen Wasserkrise oberste Priorität zu geben. Das Kommuniqué trägt die Namen aller 45 Führungskräfte. Helmy Abouleish unterzeichnete das Dokument im Namen der SEKEM-Initiative.

Die Geschäftsführer skizzieren eine Reihe von politischen Maßnahmen, zu denen sich die Regierungen ihrer Ansicht nach verpflichten sollten, um bedeutende Fortschritte auf dem Wege zu einem besseren Schutz globaler Wasserressourcen zu erzielen und die Ressourcen und Fähigkeiten der internationalen Wirtschaft besser einzubinden. Dazu gehören die Entwicklung von Strategien und Anreizen, um die Produktivität und die Effizienz von Nutzwasser vor allem in der Landwirtschaft zu verbessern, zur Schaffung einer fairen Bewertung von Wasserressourcen für die Landwirtschaft, Industrie und zur Nutzung durch Menschen, die Erhöhung der Investitionen in sanitäre Infrastruktur und gemeinsame Maßnahmen, Innovationen und Werkzeuge, um bewährte Arbeitsmittel zu entwickeln. Außerdem sollen sie zu einer besseren Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft mit Regierungen beitragen.

„Wasser ist die Quelle allen Lebens. Für uns in SEKEM, das in einer sehr trockenen Klimazone liegt, ist dies eine Herausforderung, der wir durch innovative Bewässerungssysteme, die in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern entwickelt wurden, begegnen“, so Helmy Abouleish, Geschäftsführer der SEKEM-Gruppe. Im Anschluss an den Rio+20-Gipfel bekräftigte SEKEM ihre Forderungen bezüglich der Schlüsselrolle der Landwirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel und den Schutz des wichtigsten globalen Gemeingutes, der Umwelt:

1. Die grundlegende Rolle der nachhaltigen Landwirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel, für den Schutz fruchtbarer Böden und wichtiger Wasservorräte sowie einen Erhalt der globalen Flora und Fauna muss umfassender gewürdigt werden. Regierungen, private Akteure und die Zivilgesellschaft müssen besser zusammenarbeiten, um dringend notwendige Maßnahmen, Anreize und Rahmenbedingungen für ein wirksames Vorgehen zu schaffen.

2. Bio-Landwirtschaft bleibt ein unfertiger Lösungsansatz, solange sie nicht den ökologischen Landbau mit globalen Rahmenbedingungen für einen gerechteren und ausgewogeneren Handel verbindet („Bio plus“). Nur beide Ansätze zusammen können dafür sorgen, dass sowohl Erde und Menschheit gleichermaßen profitieren.

Durch das Kommuniqué verpflichten sich die Unternehmen und SEKEM, ihre Praktiken des Wasser-Managements zu verbessern, konkrete Ziele auf dem Wege zu besserer Wassereffizienz zu benenne, auf Geschäftspartner hinsichtlich dieser Ziele einzuwirken und die Zusammenarbeit mit anderen Anspruchsgruppen auf dem Gebiet zu intensivieren.

Bijan Kafi