West Side Story begeisterte den Englischunterricht

Zwei Tage lang herrschte Broadway Atmosphäre in der Freien Waldorfschule Erftstadt, als die 10. Klasse spielend, singend und tanzend am 15. u. 16. Juni die Bühne eroberte. Insgesamt viermal führten die Schüler das bekannte Musical „West Side Story“ in der Schulaula auf.

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Liebesschwüre im Bandenkrieg

Das gefühlsbetonte Werk von Leonard Bernstein ist eine moderne Version von Shakespeares „Romeo und Julia“. Es bewegte und begeisterte die Zuschauer gleichermaßen, wie glaubwürdig sich die Schüler mit ihren Rollen identifizierten und gerade extreme Emotionen, wie Liebe, Hass, Leidenschaft und Hoffnung, spielerisch umsetzten.

Die meisten Songs des Broadway-Klassikers, wie „Maria“, „Somewhere“, „Tonight“ und „Amerika“, sind unvergessliche Welthits. Eigentlich gedacht für die großen Bühnen dieser Welt, sind sie eine Herausforderung für jeden Laiendarsteller. Unter der musikalischen Leitung von Rainer Herzog und Natascha Kirchmann meisterte die Klasse all die schwierigen Harmonien, Tonartwechsel und gegenläufigen Melodien mit Bravour. Die überzeugenden Solo-Gesangsparts der Hauptrollen wurden von einem sehr engagierten Schülerchor unterstützt und von Rainer Herzog exzellent am Klavier begleitet.

Außergewöhnlich an diesem Klassenprojekt in englischer Sprache ist, dass alle Schüler der 10. Klasse sowie auch die gesamten Schulfächer in die Musicalproduktion mit einbezogen waren. Musik und Chor, der Englischunterricht, Tanz, Sport, sowie der Hauptunterricht arbeiteten Hand in Hand. Die ersten Proben begannen vor etwa neun Monaten. Aber erst die letzten drei Wochen standen vollends im Zeichen gründlicher Vorbereitung. Intensive Tanz- Sprech- und Gesangsproben sowie Schauspielunterricht bestimmten den täglichen Stundeplan. Sogar die Wochenenden haben die Schüler für das Musical geopfert.

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Rivalisierende Bandenführer im Gespräch

Das Textbuch basierte auf der englischen Originalfassung von Stephen Sondheim. „Zusätzlich zu den deftigen Slang-Ausdrücken sind die Dialoge voller schwieriger englischer Begriffe, die fast wie Zungenbrecher zu sprechen sind, das war am Anfang sehr schwierig für die Schüler“, erinnert sich Nina Hellmann, Englischlehrerin der Klasse. Deshalb übten die Schüler zusätzlich zu den Hauptproben in Einzelproben die korrekte Aussprache. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Die szenische Anleitung durch den Regisseur Slava Rosenthuller und der Schauspielunterricht führten zu einer gelungenen Aufführung. Jede Geste, jeder Blick im Detail war glaubwürdig und überzeugend gespielt. Die Illusion war perfekt, als die Schüler in der Tanzszene des Albtraums als Zeichen der Hoffnung, Blumen pflückten: „...there is a place for us, somewhere, peace and quiet“.

Die furiosen Tanzszenen und akrobatischen Sprünge aus dem Baugerüst des Bühnenbildes füllten den ganzen Bühnenraum und brachten viel Tempo in den Handlungsverlauf, so dass die Spannung den Zuschauer bis zum Schluss in seinem Bann hielt.

Für die temperamentvoll pulsierende und gelungene Inszenierung ernteten Regisseur und Schüler tosenden Beifall. Manch ein Schüler ist durch die Arbeit am Musical ein Stück über sich selbst hinausgewachsen. Die Klassengemeinschaft ist durch diese erfolgreiche Zusammenarbeit auf jeden Fall gestärkt worden.

Sabine Kristkeitz und

Daria Kirsch-Voigt

 

Fotos: Freie Waldorfschule Erfstadt