Wiener Erklärung

Treffen mit Vorstand der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung

Ein in der „Wiener Erklärung“ der Konferenz der Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter und Redakteure aus anthroposophischem Umfeld (KoPRA) angebotener direkter Austausch mit dem Vorstand der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung in Dornach zu den dortigen jüngsten Entwicklungen fand am 23.Mai im Haus Duldeck statt. Nach dem anfänglichen Austausch zur Intention der „Wiener Erklärung“ und ihrer Wirkung auf den Vorstand der Rudolf Steiner Nachlassverwaltung wandte man sich auch auf Vorschlag des Vorstands den in der Erklärung angeschnittenen Sorgen und Fragen zu: Ausrichtung der Nachlassverwaltung, Personalia, Finanzen.

Ausgehend von der vermächtnishaften Kernaufgabe der Nachlassverwaltung, die „Anthroposophie durch Öffentlichkeit zu schützen“, besteht für den Vorstand der Nachlassverwaltung die andauernde Herausforderung darin, in welchem Umfang man diese Aufgabe mit zunehmend beschränkten Mitteln umsetzen kann. Ein der Forschung zugängliches Archiv ist zu pflegen, die Herausgabe von Steiners Werken ist zu besorgen, externen Anfragen nach Exponaten und Materialien ist nach Möglichkeit zu entsprechen. Gerade letzteres hat in der jüngsten Zeit erfreulich viel mediales Interesse für die Anthroposophie und ihre Lebensfelder wecken können, hat aber nach Auskunft des Vorstands die Nachlassverwaltung immer drängender vor die Frage gestellt, wie mit den beschränkten Mitteln wenigstens die Einrichtung an sich erhalten werden kann. Interne Diskussionen haben dieses Dilemma nicht lösen können. Mitarbeiter gingen aus eigenem Antrieb, man trennte sich einvernehmlich oder es wurde gekündigt. Was immer in dieser prekären Lage von den Verantwortlichen und betroffenen Akteuren geschickt oder weniger geschickt vorgebracht werden konnte, den Hintergrund der z.T. schwer verständlichen Abläufe stellt die unzureichende Finanzierung dieser für die anthroposophische Bewegung zentralen Aufgabenwahrnehmung dar.

Neben den aktuellen Versuchen des Vorstands der Nachlassverwaltung, regelmäßige Mittelzuflüsse aus dem Bereich der „organisierten Anthroposophie“ zu generieren, wird nach Auffassung der KoPRA-Delegation auch eine Bemühung des Vorstands selbst sein müssen, die Situation der Nachlassverwaltung offener und eventuell in erweiterter, internationaler Besetzung zu kommunizieren.

Mit Genugtuung vernahmen die KoPRA-Delegierten, dass auch zukünftige Ausstellungsprojekte evtl. auch unter Inanspruchnahme des bewährten Fachmanns Walter Kugler möglich sind, wenn die Eigenfinanzierung solcher Unternehmungen gesichert ist. Zum Abschluss des von wachsendem wechselseitigem Verständnis geprägten Gesprächs haben die Kopra-Mitglieder nicht nur ihre faire Weitergabe des Gesprächs sowie – falls gewünscht – weitere Unterstützung zugesagt.

Walter Hiller