Agrarwissenschaftler/innen aus Nordkorea besuchten Dottenfelderhof

Eine Delegation von 16 Wissenschaftler/innen der nordkoreanischen  Academy of Agricultural Sciences besuchte am 24. Mai den Dottenfelderhof in Bad Vilbel. Unter dem Schirm dieser Akademie befinden sich neun provinzielle Landwirtschaftsakademien mit 3000 Wisenschaftler/innen.

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Der Einblick in die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise interessierte die Delegation besonders.

80% der geographischen Fläche Nordkoreas sind von Bergen bedeckt. Die landwirtschaftliche Produktion drängt sich also auf nur 20% der Fläche, vornehmlich zum Meer hin. Missernten durch Naturkatastrophen und Nahrungsmittelknappheit durch die zunehmende Isolierung des Landes haben zu einer Einseitigkeit der Produktion geführt- überwiegend zum Reisanbau. Auch der falsche Einsatz von chemischem Dünger und Pestiziden hat zur Verarmung der Böden geführt, zudem sind lediglich 25-30% der landwirtschaftlichen Maschinen nutzbar.

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Hofführung...

Die Nordkoreaner suchen einen Weg, die Fruchtbarkeit ihrer Böden, die Ernährung der Bevölkerung und eine Unabhängigkeit von Importen, besonders vom Rohöl, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln zu finden. Mit der Unterstützung der Europäischen Union organisiert die „Gesellschaft für Nachhaltige Entwicklung“ in Witzenhausen bei Kassel- GNE - zum zweiten Mal ein Modul zur Schulung nordkoreanischer Wissenschaftler/innen.  Themen sind dabei der ökologischen Landbau und Projektmanagement, damit die Schulungsteilnehmer/innen in Ihrer Heimat  als Multiplikatoren für Studenten und für Kooperativen (und auch Kleinbauern) in Korea wirken können.

Beim Besuch des Dottenfelderhof  interessierte sich die Delegation ganz besonders für die biologisch- dynamische Wirtschaftsweise und die Idee des Betriebes als Organismus. Schwerpunktthemen  waren dabei:

 - die Förderung und Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit (Düngung, Kompost, Bodenbearbeitung)

- die Anwendung der biologisch-dynamischen Präparate

- die Züchtungsforschung bei Getreide und Gemüse

- ökologische Hühnerhaltung, Leguminosen und Eiweißpflanzen.

Es gab viele bewegende Momente während des Besuchs, der uns als Freunde verabschieden ließ. Stets begleitete uns das Gefühl, das wir  als Landwirt/innen überall auf der Welt trotz unterschiedlicher Bedingungen vor ähnlichen Fragen stehen: die Fruchtbarkeit  des Bodens und die jetzige und zukünftige Ernährung  auf die beste Art zu sichern.

Margarethe Hinterlang

 

Fotos: P. Janat Dolista