Junge Menschen sprechen mit Sterbenden

Das Bildungsministerium fördert Kinofilm, der die Auseinandersetzung mit dem Lebensende thematisiert.

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Vier junge Menschen und vier Gesprächspartner.

30 junge Menschen reden mit Sterbenden und ihren Angehörigen, diskutieren über den Tod, die eigene Haltung und die Ängste oder Erwartungen. Dabei werden sie mit Videokameras begleitet, denn am Ende soll ein Kinofilm über die Erfahrungen der Beteiligten entstehen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert dieses Projekt der Universität Witten/Herdecke und dem Interdisziplinären Zentrum für Palliativmedizin (IZP) der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf.

„Wir wünschen uns, dass 30 junge Menschen in dem Film vorkommen, zehn Studierende, zehn Abiturienten und 10 Auszubildende“, erwartet Prof. Dr. Martin W. Schnell von der Universität Witten/Herdecke. In der Bewerbung wurde die Motivation erfragt, warum jemand ein Gespräch mit einem sterbenden Menschen führen möchte. „Wir wollen sicher sein, dass sich die Bewerber über ihre Interessen im Klaren sind. Nur so ist Verbindlichkeit möglich“, sagt Prof. Schnell weiter. Eine Jury wählte die Teilnehmer aus den Bewerbern aus. Die Teilnehmer werden von der erfahrenen Psychologin Gesa Schatte betreut. Zudem erhalten die Teilnehmer ein Seminar. „Darin werden sie auf die Gespräche und das Agieren vor der Kamera vorbereitet“, sagt Dr. Christian Schulz, Oberarzt am IZP und Absolvent der Universität Witten/Herdecke.

Für den Philosophen und Direktor der Instituts für Ethik und Kommunikation im Gesundheitswesen an der Universität Witten/Herdecke geht es bei dem Film um die aktive Auseinandersetzung mit dem Sterben und der Endlichkeit des Lebens: „Wir möchten den Lernprozess der 30 jungen Menschen dokumentieren und so auch andere junge Menschen ansprechen, sich mit diesem Thema zu befassen. Das ist für den Altersabschnitt nicht gerade zwangsläufig oder naheliegend. Aber wir versprechen uns davon ein Bildungserlebnis im weitesten und im nichtpädagogischen Sinne: die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit und Sterblichkeit macht Sinn, worin er auch immer bestehen möge. Wir schreiben keine Lernziele oder ähnliches vor.“ Der Kinofilm soll im Frühsommer 2013 uraufgeführt werden.

Quelle: www.uni-wh.de

Weitere Informationen: Prof. Schnell, E-Mail: Schnell@uni-wh.de.

Foto: © Nicole Kesting