Friedensbildung

Am 18. April 2012 haben das Netzwerk Friedensbildung Hessen und die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Frankfurt eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

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Wolfgang Buff, Norbert Handwerk, Dr. Peter Becker (v.l.n.r.)

Nachdem das Netzwerk Friedensbildung in Rheinland-Pfalz mit dem dortigen Bildungsministerium einen Kooperationsvertrag geschlossen hat, wollen die hessischen Freien Waldorfschulen eine entsprechende Vereinbarung mit dem Netzwerk unterzeichnen.

„Friedensbildung ist ein wichtiger Bereich, der sich aus den originären Zielen der Waldorfpädagogik ergibt. Gewaltfreies Handeln und die Suche nach partnerschaftlicher Konfliktlösung ist im zwischenmenschlichen Bereich längst allgemein akzeptiert und es steht außer Frage, dass dies gelernt werden muss. Im zwischenstaatlichen Bereich erleben wir jedoch eine Renaissance militärischer Optionen. Dem wollen wir etwas entgegen setzen. Außerdem ist Friedensbildung auch nach dem hessischen Schulgesetz ein zentraler Auftrag aller Schulen. Wir freuen uns daher über die Unterstützung unserer Pädagogen durch die Experten des Netzwerks“ betonte Norbert Handwerk, Landesgeschäftsführer der hessischen Freien Waldorfschulen.

Künftig können Waldorflehrer bei Bedarf Experten und Praktiker der Friedensarbeit in ihren Unterricht einladen oder mit ihnen Projekte und Exkursionen planen und durchführen. „Das Netzwerk stellt dafür einen Pool fachlich versierter und pädagogisch geeigneter Personen als außerschulische Fachleute zur Verfügung“, erklärte Dr. Peter Becker, zweiter Vorsitzender der Stiftung Friedensbildung und Mitwirkender im Netzwerk Friedensbildung Hessen.

„Eine echte Diskussion über die internationalen Bundeswehr-Einsätze findet kaum statt. Die militärisch gestützte Politik scheint alternativlos zu sein“, findet auch Wolfgang Buff, erster Vorsitzender des Netzwerks und Vertreter des Zentrums Ökumene der evangelischen Kirche Hessen und Nassau. „Unsere Waldorfschulen kooperieren zwar nicht mit den Jugendoffizieren der Bundeswehr, doch eine bessere Kenntnis von nichtmilitärischen Lösungsansätzen in Krisen und Kriegssituationen ist auch für unsere Schüler wichtig“, meint Handwerk.

„Hier bringen wir gerne das Wissen und die Erfahrungen unserer Fachleute ein“, erklärt Buff. „Aus ihren zivilgesellschaftlichen Aktivitäten der Friedensförderung, z. B. in der Kriegsursachenforschung, bei Prävention, Mediation, Konfliktbearbeitung und auch aus der Geschichte der Friedensbewegung können sie viel beitragen, um eine breite und sachkundige Diskussion zu unterstützen.“

Norbert Handwerk

Über das Netzwerk Friedensbildung

Das Netzwerk Friedensbildung ist ein Zusammenschluss von zivilgesellschaftlichen Gruppen, Friedensdiensten und Kirchen mit dem Ziel, die Kenntnis von zivilen, nichtmilitärischen Lösungsansätzen in Krisen und Kriegssituationen zu fördern und das Wissen und die Erfahrungen aus zivilgesellschaftlichen Aktivitäten der Friedensförderung in den Bereichen Kriegsursachenforschung, Prävention, Mediation, Konfliktbearbeitung, Geschichte der Friedensbewegung zu vermitteln.

In Hessen arbeiten im Netzwerk zusammen die Stiftung Friedensbewegung, die Martin-Niemöller-Stiftung, Pax Christi Limburg, Peace Brigades International, Youth Action for Peace, Zentrum Ökumene (ZOE) der EKHN, Deutsche Friedensgesellschaft und die International Association of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA). www.netzwerk-friedensbildung-hessen.de

Foto: Chr. Walf