Sichere Strukturen helfen

Traumatisierten Kinder im Kakuma-Flüchtlingslager

Im Januar 2012 konnten die Notfallpädagogen der Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners bei einem ersten Einsatz im Kakuma-Flüchtlingslager, im Nordwesten Kenias, einen Kindergarten und Kinderschutzzentren für traumatisierte Kinder und Jugendliche aufbauen. Im April hat sich ein notfallpädagogisches Expertenteam der Weiterbildung der vor Ort tätigen Mitarbeiter angenommen, um die inhaltliche Arbeit weiter zu vertiefen.

Noch immer kommen täglich hunderte Menschen, überwiegend aus dem Süd-Sudan, im nordkenianischen Flüchtlingslager Kakuma des UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) an. Fast alle sind ausgehungert, traumatisiert, befinden sich im emotionalen Ausnahmezustand.

Um die von Hunger, Flucht und Gewalt traumatisierten Flüchtlingskinder in Kakuma bei der Verarbeitung ihrer Erlebnisse zu unterstützen und ihnen ein Stück Kindheit wiederzugeben, haben die Freunde der Erziehungskunst Anfang des Jahres einen Kindergarten und ein Kinderschutzzentrum im Flüchtlingslager eingerichtet.

Seither wird die notfallpädagogische Arbeit vor Ort von lokalen Fachkräften aus Nairobi und aus dem Flüchtlingslager weitergeführt.

Der im April stattfindende Folgeeinsatz dient dazu, die geschaffenen Strukturen zu festigen und neue traumapädagogische Impulse für die lokalen Mitarbeiter zu setzen. Die Kindergärtner und Waldorflehrer aus Nairobi und Kakuma werden auf theoretischer Ebene in Psychotraumatologie geschult und setzen anschließend das Gelernte in die Praxis um. Ein zusätzlicher Arbeitsblock wird dem Thema der Selbstfürsorge der Freunde-Mitarbeiter in Kakuma gewidmet. Dadurch sollen sie ermutigt werden, auf ihre eigenen Gefühle zu achten, um unter den Extrembelastungen nicht selbst traumatisiert zu werden.

Neben den Freunde-Mitarbeitern wird auch das Team der Lutheran World Federation (LWS) in notfallpädagogischer Traumaarbeit ausgebildet.

Des Weiteren wird der Aufbau eines Kinderschutzzentrums mit außerschulischen Aktivitäten in der sogenannten „Protection Area“ vorbereitet. In diesem polizeilich geschützten Bereich des Flüchtlingslagers sind Menschen untergebracht, die sich bspw. aufgrund von Morddrohungen in Lebensgefahr befinden. Da keine kindgerechten Initiativen in dieser Schutzzone vorhanden sind, ist ein Angebot traumaorientierter und altersgemäßer Aktivitäten für die dort lebenden Kinder äußerst wichtig.

Um die Finanzierung des Projektes für 2012 gewährleisten zu können, ist der Verein weiterhin dringend auf Spenden angewiesen.

Michaela Mezger