Werteorientierung zahlt sich aus

Internationales Bankenbündnis sozial, ökologisch und ökonomisch führend

Das jüngste Treffen der Global Alliance for Banking on Values (GABV) fand Anfang März in Vancouver statt. Weltweit verzeichnet das werteorientierte Bankgeschäft starken Zuwachs. Eine von der Rockefeller Foundation unterstützte Studie belegt: Mit ihren Finanzkennziffern übertreffen werteorientierte Banken die größten konventionellen Institute. Das nächste Treffen der GABV wird im März 2013 von der GLS Bank in Berlin ausgerichtet.

Noch in diesem Jahr plant die GABV ein bankenübergreifendes Austauschprogramm für Mitarbeiter. Auch die Personalverantwortlichen wollen noch stärker zusammenarbeiten und ein internationales Seminarprogramm entwickeln. Die 15 weltweit führenden Nachhaltigkeitsbanken entwickeln zudem ein gemeinsames Finanzinstrument für eine Fortsetzung der bereits erfolgreichen Eigenkapitalsteigerung: Als Teilnehmer der Clinton Initiative hatte sich das Bündnis 2009 einen Zuwachs von 250 Mio. USD innerhalb von drei Jahren vorgenommen. Mit insgesamt 400 Mio. USD wurde dieses Ziel bereits weit übertroffen.

Von der Strahlkraft der Allianz zeugt die Resonanz aus der Branche: Die kanadische Bank Assiniboine Credit Union wurde in Vancouver in die GABV aufgenommen, bis zu zehn weitere Banken möchten der Allianz ebenfalls beitreten. Voraussetzung einer Mitgliedschaft ist die Erfüllung von sechs Aufnahmekriterien, zu denen die Integration von sozialen und ökologischen Kriterien in den Kern des Geschäftsmodells, eine realwirtschaftliche ausgerichtete Bankarbeit sowie die Orientierung an den langfristigen Bedürfnissen der Kunden gehört.

Dass die Mitgliedsbanken der GABV nicht nur sozial und ökologisch, sondern auch wirtschaftlich die Nase vorn haben, belegt eine durch die Rockefeller Foundation unterstützte Studie, welche die Finanzkennzahlen der Mitglieder zwischen 2007 und 2010 mit denen der 29 weltweit größten konventionellen und als systemrelevant gekennzeichneten Banken vergleicht. So gaben die nachhaltigen Banken im Schnitt 70 Prozent ihrer Bilanzsumme in Form von Krediten aus, wohingegen die konventionellen Institute auf 38 Prozent kamen. Auch beim Wachstum des Kreditvolumens lagen diese mit einer Steigerung um 20 Prozent hinter den GABV-Mitgliedern zurück, die auf durchschnittlich 80 Prozent Zuwachs im Betrachtungszeitraum kamen. Die nachhaltigen Banken sind mit einer durchschnittlichen Kernkapitalquote von 14 Prozent ausgestattet, verglichen mit unter 10 Prozent der konventionellen Institute.

Christof Lützel