Ende für Jugendförderpreis Freispiel

Der Jugendpreis für Waldorfschüler der Oberstufe, der vom Arbeitszentrum Frankfurt der Anthroposophischen Gesellschaft seit 2009 dreimal verliehen wurde, wird nicht fortgesetzt. Die angekündigte Präsentation und Preisverleihung am 9. Juni 2012 entfällt. Auslöser waren zu wenige Anmeldungen für die Runde 2012.

Eine intensive Aufbauzeit mit ausgedehnten Bemühungen, den Preis bekannt zu machen, ja sogar der Schritt, ihn vom regionalen Gebiet auf ganz Deutschland auszuweiten, haben zwar großes Interesse, aber unter den Schülern wenig Resonanz hervorgebracht. Dass weder Thema, Sachgebiet noch Methode vorgegeben wurden, erschwerte wahrscheinlich die Teilnahme. Andererseits gehörte gerade das zum einzigartigen Profil von „freispiel“.

Auch der Rudolf Steiner-Preis, der nur 2011 (mit erweiterter Altersgrenze) ausgeschrieben wurde, erbrachte nur drei Bewerbungen von Studenten. Philip Kovce mit seiner Arbeit über die „Ethik des Sprechens“ war schließlich außer Konkurrenz, hat aber den Höchstpreis mehrfach verdient.

Eindrücklich und als Höhepunkt werden die Prämierungen in feierlichem Rahmen den Anwesenden im Gedächtnis bleiben. Sie motivierten die Jury, immer wieder eine neue Runde zu wagen. 16 Schüler mit 13 qualifizierten Arbeiten konnten eine besondere Anerkennung durch die Anthroposophische Gesellschaft erfahren und dies war wichtiger als das Preisgeld.

Sehr erfreulich war das Presseecho, vor allem bei der lokalen Tagespresse. Die Redaktion der „Erziehungskunst“ war ein idealer Kooperationspartner. Viel Hilfsbereitschaft und Unterstützung kam von Menschen und Einrichtungen im „Bund der Freien Waldorfschulen“.

Es entstanden mit der Zeit innerhalb der Jury Fragen und Bedenken zum Preissystem als solchem. Das Für und Wider wurde immer neu und sorgfältig erwogen. Trotz vielfältiger Bemühungen war der Widerspruch zwischen einem traditionellen Preisverfahren und der individuell ausgerichteten Förderung von werdenden Individualitäten leider nicht aufzulösen.

Lydia Fechner /