Aus der Arbeit der GLS-Treuhand

Indien: Gesundheit für Unberührbare

Heilkräuteranbau im Gesundheitsnetzwerk

Dr. Fatima Rani, Siddha-Medizinerin, baute im südindischen Tamil Nadu in 86 Dörfern ein Basisgesundheitsnetzwerk für sogenannte Unberührbare auf. Um das Gesundheitsnetzwerk zu stützen und für eine verbesserte Ernährung zu sorgen, sollen nun Gemüse und Heilkräuter angebaut und weiterverarbeitet werden.

+B4_1 foto 1.psd
Frau Dr. Fatima Rani bei der offenen Sprechstunde.

1994 begann Dr. Rani 28 km vor der Tempelstadt Madurai in Südindien mit ihrem inzwischen beachtlichen Netzwerk. MUHIL ist der Name der Initiative. MUHIL heißt Regenwolke das Leben spendende Nass. Für die sogenannten Unberührbaren und Kastenlosen (Dalits und Tribals) ist dieses Gesundheitsnetzwerk der einzige Zugang zu medizinischer Behandlung in der Region.

In den 86 betreuten Dörfern sucht Dr. Rani Frauen aus und schult sie in Basisgesundheitsvorsorge und -versorgung. Mittlerweile sind 45 Gesundheitspromotorinnen ausgebildet, die die Menschen in Hygiene, Vorsorge, Ernährungsfragen, Anwendung von Heilkräutern fortbilden. Die Herstellung von Naturarzneien übernimmt das Gesundheitszentrum von MUHIL selbst. Etwa 200 Heilmittel werden hier für das Basisgesundheitsnetzwerk hergestellt. Medikamente aus Heilkräutern können im Krankheitsfall helfen zur Gesundheitserhaltung jedoch gehören vor allem eine gesunde Ernährung und sauberes Wasser.

Daher sollen nun 300 Kleinbäuerinnen sowie 90 Landlose aus den umliegenden Dörfern im organischen Landbau geschult werden. Jahrzehntelanger Monokulturanbau und Pestizidgebrauch haben die Böden der Gehöfte ausgelaugt. In intensiver, biologisch-dynamischer Aufbaupflege werden sie rekultiviert. Die Monokultur wird durch Mischkulturen und sinnvolle Fruchtfolgen abgelöst. Neben unterschiedlichen Gemüsesorten wird der Anbau von Heilkräutern eingeführt. Die Wasserversorgung für 800 Familien und ihre kleinen Gehöfte wird durch das Projekt ermöglicht. Alle landbaulichen Schulungen werden von Jaison Jerome geleitet, einem Schüler von Peter Procter, dem Pionier für biologisch-dynamische Landwirtschaft in Indien.

Einkommen durch Weiterverarbeitung

+B4_1 foto 2.psd
Frau Dr. Fatima Rani erweitert das Gesundheitsprojekt um den organischen Landbau

Die Heilkräuter werden getrocknet sowie als ätherische Öle für den lokalen und regionalen Markt weiterverarbeitet und vermarktet. Dies ermöglicht den Bauern, die sich in einer Kooperative organisieren, ein kleines zusätzliches Einkommen. Ein Drittel der Erlöse bringt die Kooperative in das Gesundheitsnetzwerk MUHIL ein und stützt hierüber die wichtige Gesundheitsarbeit in ihren Gemeinden.

Pro beteiligter Familie/Jahr sind für die Rekultivierung der Böden, den Aufbau der organischen Gehöfte und die Destillieranlage für ätherische Öle etwa 410 Euro notwendig. Die deutsche Bundesregierung bezuschusst das Projekt. So wirkt eine Spende vierfach!

Dr. Annette Massmann

und Beatrice Nolte

 

Spendenzweck

Indien: Gesundheit für Unberührbare

Spendenkonto: Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe

GLS Gemeinschaftsbank eG

BLZ 430 609 67

Konto-Nr.: 12 330 010

 

Fotos: Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe