+c3_5 logo.psdRückblick Stuttgart Open Fair

Stuttgart Open Fair hat Akteure aus weltweiten Demokratiebewegungen zu Gast

1000 BesucherInnen an Workshops und Podiumsdiskussionen

Mehr als 1000 interessierte BesucherInnen haben vom 3. bis 5. Februar 2012 beim Stuttgart Open Fair (SOFa) im Forum 3, im Gewerkschaftshaus und im Laboratorium diskutiert, wie sich gemeinsam demokratische und ökologisch nachhaltige Städte verwirklichen lassen. Die Fragen nach Stadtentwicklung und der Weiterentwicklung von Demokratie und Beteiligung wurden unter dem Motto „dEINE Stadt – dEINE Welt?“ zusammen mit Gästen aus sechs verschiedenen Ländern entwickelt.

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Theatergruppe

„Wir kämpfen gegen das Gefühl in der Bevölkerung, dass unsere Revolution in Kairo vorbei sei. Viele Menschen glauben, dass der Militärrat für Ordnung sorge, doch das Gegenteil ist der Fall. Wir erleben täglich Gewalt und willkürliche Festnahmen, viele Gefangene berichten von grausamen Folterungen durch die „Kriminellen des Regimes“, schilderte Shahira Abouellail ihren aufreibenden Alltag in Kairo. Sie kämpft gegen die Unterdrückung der Demokratiebewegung und insbesondere gegen die Militärtribunale, unter denen vor allem ganz arme Menschen leiden. „Viele von unseren MitstreiterInnen sind innerhalb kürzester Zeit zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt worden, ohne dass sie in ihrem Verfahren einen Verteidiger zu Hilfe nehmen konnten.“

Obwohl sie am Vortag noch auf dem Tahrir-Platz demonstrierte, war es für Shahira Abouellail wichtig, nach Stuttgart, Kairos Partnerstadt, zu kommen: „Ich fühle mich als Teil der ägyptischen Revolution und weltweiten Demokratiebewegung. Wir wollen unseren Planeten gemeinsam gestalten, dafür gelten keine Grenzen.“

Auch Yoko Akimoto von der Anti-AKW-Bewegung in Japan und Tom Kucharz von der spanischen Umweltorganisation „Ecologistas en Accion“ betonten, dass der lokale Stuttgarter Widerstand einen Baustein einer globalen Bewegung darstellt. Gleichfalls verabschiedeten die TeilnehmerInnen der Abschlussversammlung des Stuttgart Open Fair eine Solidaritätserklärung an die Bewegungen in anderen Städten und Ländern zurück (vgl. Anhang) und brachten ihre Trauer über den kürzlichen Tod von mehr als 70 Menschen auf dem Tahrir-Platz zum Ausdruck.

Mehr als 50 zivilgesellschaftliche Initiativen aus der Region Stuttgart zeigten eindrucksvoll ihr Engagement für eine Gesellschaft, in der soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz, Klimagerechtigkeit und friedliches Zusammenleben Vorrang haben. Über 30 Workshops, Filme und Diskussionsveranstaltungen, 20 Infostände und ein Theaterprogramm wurden angeboten. „Das Stuttgart Open Fair ist ein kulturelles und politisches Festival zum Anfassen. Die Inhalte werden bestimmt von unserem Wunsch, die Zukunft zu gestalten“, sagte Marieke Kodweiß vom SOFa-Organisationsteam. „Wir brauchen ein radikales Umdenken, denn unser Ressourcen-Verbrauch in den Städten des Nordens würgt den Menschen im Süden buchstäblich die Luft ab.“

Zu den Höhepunkten des Wochenendes zählten sieben thematisch verschiedene Stadtspaziergänge, bei denen die TeilnehmerInnen einen neuen Blick auf Stadt werfen konnten. Am Samstagnachmittag zeigten Jugendliche aus verschiedenen Schulen mehrere begeisternde Theateraufführungen zu migrations- und energiepolitischen Themen.

Das nächste Stuttgart Open Fair findet Ende Januar 2013 statt. Weitere Informationen: Stuttgart Open Fair – Sekretariat/ Colibri e.V. Carol Bergin/Johannes Lauterbach/Marieke Kodweiß Tel: 07071-255608, E-Mail: info@sofa2012.de www.sofa2012.de

Fotos: Julian Salamon