Ein Berufskolleg an der Waldorfschule

Die Freie Waldorfschule Köln richtet zum Schuljahr 2012/2013 erstmalig ein Berufskolleg im Fachbereich „Sozial- und Gesundheitswesen“ ein.

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Freie Waldorfschule Köln

Der Gedanke, an der Freien Waldorfschule Köln ein Berufskolleg zu gründen, entstand aus der Tatsache, dass inzwischen alle Waldorfschulen in Nordrhein-Westfalen an den Abschlussprüfungen für die Fachoberschulreife am Ende der 11. Klasse teilnehmen. Um SchülerInnen, die nicht auf das Abitur zugehen, attraktive Abschlussmöglichkeiten zu bieten, suchten das Lehrerkollegium und die Gremien der Waldorfschule nach neuen Möglichkeiten.

Ab Sommer 2012 bietet die Freie Waldorfschule Köln mit dem „Berufskolleg für Sozial- und Gesundheitswesen“ dann allen interessierten SchülerInnen einen ganzheitlichen zweijährigen Bildungsgang, an dessen Ende die „Allgemeine Fachhochschulreife mit erweiterten beruflichen Kenntnissen“ steht. Der bundesweit gültige Abschluss ist nicht fachgebunden, berechtigt zum Studium an jeder Fachhochschule und eröffnet gleichzeitig den Zugang zu Bachelor-Studiengängen an Gesamthochschulen.

Lernen und Arbeit

Das Berufskolleg der Waldorfschule verbindet die beiden Bereiche „Lernen“ und „Arbeit“ in besonderer Weise: berufs- und projektbezogene Inhalte sowie allgemeinbildender Unterricht führen im „Lernort Schule“ zu einer Stärkung der Persönlichkeit und Urteilsfähigkeit durch eine erweiterte Allgemeinbildung. Im „Lernort Betrieb“ erfahren die SchülerInnen ganz praktisch Arbeitsbereiche und Organisationsformen des Sozial- und Gesundheitswesens, indem sie Grundkenntnisse über Strukturen und Methoden vermittelt bekommen. Der unmittelbare Kontakt zur Arbeitswelt ermöglicht eine Vorstellung von der Bedeutung des Sozial- und Gesundheitswesens für die heutige Gesellschaft und ebnet den Weg für eine erste persönliche Berufsorientierung.

Das Zusammenspiel von Lernen und Erfahrung ist das Wesen eines Berufskollegs. In der Freien Waldorfschule Köln hat dies von jeher eine besondere Tradition. Auf dem Weg zum Studium oder zur Berufsausbildung im sozialen Bereich oder im Gesundheitswesen sind die SchülerInnen als ganze Menschen gefordert: intellektuell-kognitiv, künstlerisch-kreativ und handwerklich-praktisch. Als typische Merkmale einer Waldorf-Berufsschule sollen in den beiden Schuljahren unter anderem enthalten sein: ein Klassenspiel, eine Kunstfahrt und der Unterricht in künstlerischen Fächern. Für SchülerInnen der Schule, und auch für neu hinzukommende Schüler bietet die Freie Waldorfschule Köln damit einen etwas anderen Weg zur Fachhochschulreife.

Anna Schippel

Weitere Informationen: Freie Waldorfschule Köln, Weichselring 6-8, 50765 Köln, Tel. 0221-970344-0, E-Mail: info@waldorfschule-koeln.de