Koexistenz von Gentechnik und Nicht-Gentechnik nicht möglich

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Unser jahrelanger Einsatz hat sich gelohnt: Mit dem vom Bündnis zum Schutz der Bienen vor Agrogentechnik und Imker Karl Heinz Bablok erzielten Honig-Urteil des Europäischen Gerichtshofs ist es uns gelungen, die breite Öffentlichkeit langanhaltend für die Thematik zu sensibilisieren. Wie schon einer der EuGH-Richter feststellte, kann man ein Problem nicht lösen, indem man es versteckt.

Deutscher Honig ohne Gen-Pollen

Nun untersuchte die Zeitschrift Ökotest für ihre Januar-Ausgabe Honig auf Pollen von gentechnisch veränderten Pflanzen. Das Ergebnis: Nur deutscher Honig enthält derzeit keine GVO-Pollen. Bei den untersuchten Importhonigen waren selbst solche in Bioqualität mit gentechnisch verändertem Pollen verunreinigt. Denn vor allem auf dem amerikanischen Kontinent ist die

Gentechnik inzwischen so weit verbreitet, dass Bienen mit ihrem Flugradius von sieben Kilometern und mehr fast zwangsläufig auch genveränderten Pollen sammeln. Die Untersuchung, so die Tester, habe schon jetzt ‚erschreckend deutlich’ gezeigt, ‚wie verbreitet gentechnisch veränderte Pflanzen sind und wie massiv sich Gen-Technik auch durch die Hintertür auf unseren Tellern breitmacht.’

Importierte Biohonige nicht automatisch betroffen

Es ist nicht so, dass nur deutscher Honig derzeit keine GVO-Pollen enthält, sondern dass nur er ziemlich sicher frei von Gentechnik ist. Bei den Importhonigen wiederum kann selbst Bioware GVO-Pollen enthalten. Das heißt aber nicht, dass automatisch alle importierten Biohonige betroffen sind.

Das wäre schon deshalb fatal, weil sich gerade die Bioimker in besonderem Maße für die Erhaltung einer in jeder Hinsicht sauberen Umwelt einsetzen. Von den drei untersuchten Biohonigen war einer gentechnisch belastet, von den getesteten 17 Honigen aus konventioneller Imkerei dagegen 13.

Nach Meinung von Ökotest sind GVO-Pollen, ob erlaubt oder nicht, in Honig eine unerwünschte Verunreinigung. Immerhin stelle das EuGH-Urteil jetzt sicher, dass Pollen von nicht zugelassenen, ungeprüften GVO-Pflanzen nicht mehr im Honig vorkommen dürften. Betroffene Honige wurden nach dem Urteil aus den Regalen entfernt. Die Zeitschrift warnt aber auch davor, dass sich auch in Deutschland die Agrogentechnik ausbreiten könnte. Ein Antrag auf Neuzulassung von Mais MON810 laufe derzeit, andere Zulassungen seien in Vorbereitung.

Wenn die derzeit gültigen, äußerst fragwürdigen Zulassungsverfahren nicht geändert werden, droht auch in Europa eine Schwemme von gentechnisch veränderten Pflanzen. Umso wichtiger ist es, vor allem im Hinblick auf die anstehende Agrarreform, nun den Politikern deutlich zu machen, dass niemand Gentechnik im Essen haben will.

Mellifera e.V.

Foto: Mellifera e.V.