Der Mensch ist ein Werdender

Ambulanter Hospizdienst Odilie e.V.

Mit einer Feierstunde hat der „Ambulante Hospizdienst Odilie e.V.“ seine Arbeit am 14. Oktober aufgenommen. Er wurde begründet durch die Initiative einzelner engagierter Gemeindemitglieder der Christengemeinschaft in Bonn-Bad Godesberg. Der bisherige Sozialdienst der Gemeinde besuchte ältere Menschen, bot Hilfe im Krankheitsfall, oder Fahrten und Transporte zum Arzt oder zu Veranstaltungen der Gemeinde an. Zudem hatten sich im anthroposophischen Umkreis nicht mehr berufstätige Menschen zusammen geschlossen, um sich durch Biographiearbeit und Beschäftigung mit Fragen zum Thema Sterben und Tod für die Begleitung von älteren, hilfsbedürftigen Menschen vorzubereiten.

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Die Koordinatorin Babette Hünig mit dem Vorstand des Vereins: (vorne) Siglinde Pötsch und Sabine Diop, (hinten) Joachim Mandt und Armgard Hasselmann.

Das mündet nun in die Arbeit des Ambulanten Hospizdienstes Odilie ein. Hauptanliegen ist die Begleitung, Entlastung und Unterstützung von schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen, unabhängig von Religion und Herkunft. Die Initiative mit der Koordinatorin Babette Hünig und den ehrenamtlichen Mitarbeitern ist bereit, Menschen in dieser besonderen Lebenslage am Ort, wo sie wohnen (Bonn und nähere Umgebung), sei es zu Hause, in der Klinik oder im Altenheim zu begleiten. Dabei stehen die persönlichen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen und ihrer Angehörigen im Vordergrund. Die Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.

Der hospizliche Gedanke, würdevoll und selbstbestimmt sterben zu dürfen, wird noch durch das Menschenbild der Anthroposophie ergänzt, das heißt: Der Mensch ist ein Werdender. „Die Gestaltung seiner Biographie beginnt nicht erst mit der Geburt und endet auch nicht mit dem Tod. Die Fragen nach dem ‚woher‘ und ‚wohin‘ und ‚welche Aufgabe habe ich im Leben‘, tragen wesentlich zur individuellen Ausprägung der Lebensimpulse und Lebenswege bei“, so führte Pfarrerin und Vorstandsmitglied Armgard Hasselmann aus.„Das Sterben und der Tod schließlich, sind nicht diejenigen Prozesse und Momente, die das Werden beenden, sondern sind Geburtshelfer, die dem Menschen den Weg zur Geburt seiner Selbst offenhalten. Der Tod löst das Leben immer wieder aus zu fester einseitiger Formgebung heraus und macht es neuem Gestalten und Lernen aus dem Menschenideal heraus zugänglich.“

Zahlreiche interessierte Menschen fanden sich zur Eröffnung ein. Nach den einleitenden Ausführungen stellte sich die Koordinatorin Babette Hünig mit einigen Motiven aus ihrem biographischen Werdegang vor. Die Feierstunde klang aus mit einer Cello-Suite, gespielt von Claus Reichardt, Solingen. Bei einem Imbiss wurden noch weitere Gespräche geführt und Kontakte geknüpft.

Babette Hünig

Weitere Informationen: Ambulanter Hospizdienst, Babette Hünig, Am Büchel 57, 53173 Bonn,Tel.0228-93597180 Di. 17-19 Uhr u. Do. 10-12 Uhr. per E-Mail info@hospizdienst-odilie.de

Foto: privat