27./28.9.

Benefizkonzert für die Waldorfschule Tbilissi

+28.9.Stuttgart.tif

Georgische Volkslieder und Tänze sowie georgische sakrale Gesänge: Eine Gruppe Ehemaliger der Waldorfschule Tbilissi, alles Sänger und Musiker befinden sich vom 12. September bis 2. Oktober in Deutschland auf einer Benefiz-Tournee für ihre Schule. Sie werden mehrere Benefiz-Konzerte in verschiedenen Waldorfschulen und anthroposophischen Einrichtungen geben.

Dienstag, 27. September, 20 Uhr, Festsaal der Goetheschule Freie Waldorfschule Pforzheim.

Mittwoch, 28. Septemer, 11 Uhr, Bühnensaal Freie Waldorfschule am Kräherwald

Waldorfschule Tbilissi droht Grundstücksenteignung

Aufgrund von Veränderungen im Bildungswesen in Georgien droht der Waldorfschule Tbilissi die Grundstücksenteignung. Bei ihrer Gründung im Jahre 1994 übergab die Stadtverwaltung der Gesellschaft, die die Schule gründete, das Grundstück und ein Kindergartengebäude auf unbestimmte Zeit. In den folgenden Jahren wurde mit Hilfe der Freunde der Erziehungskunst und des BMZ sowie der Software AG Stiftung das Kindergartengebäude saniert und weitere Gebäude errichtet.

Inzwischen war durch die Veränderungen im Bildungswesen Georgiens der Status „Autorisierte Schule“ abgeschafft worden und die Waldorfschule zur öffentlichen Schule Nr. 196 geworden. Nun müssen die öffentlichen Schulen auch alle Vorgaben, wie z. B. die Aufnahme der fünfjährigen Kinder in die erste Klasse, die Computerisierung der ersten Klassen usw., einhalten. Um nicht die Substanz der Waldorfschule zu verlieren, fühlte sich die Schule gezwungen, eine Schule in freier Trägerschaft des „Verein Freie Walorfschule und Kindergarten Tiflis“ zu werden.

Das Bildungsministerium hatte dieser Umwandlung bereits mündlich zugestimmt, als es aber an die Vergabe der Lizenzen ging, stellte sich heraus, dass im Übergang von der kommunistischen auf die heutige staatliche Verwaltung das Grundstück der Schule als Eigentum der Stadt eingetragen worden war, ohne die Anfangs der 90er Jahre zugesicherten Nutzungsrechte für die Waldorfschule zu vermerken. Ohne ein eigenes Grundstück wird in Georgien keine Schule genehmigt.

Endlose Verhandlungen mit der Stadt, Versuche, auf die alten Nutzungsrechte zu pochen, Einschaltung wichtiger Leute brachten nichts: das Grundstück muss gekauft werden. Sollte dieser Kauf nicht gelingen, verliert die Schule ihre Gebäude und alle vorigen Invenstitionen waren umsonst.

Die Elternschaft der Waldorfschule ist bereit, im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles zu tun, um den inzwischen ausgehandelten und deutlich subventionierten Kaufpreis von 600.000 Lari (das sind 253.743 Euro) zu bezahlen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in Georgien und bei der Waldorfelternschaft sind leider so, dass höchstens die Hälfte dieser Summe in Georgien aufgebracht werden kann.

Die Waldorfschule Tbillisi

1982 begann eine Gruppe von Menschen in Tiflis sich mit der Waldorfpädagogik zu beschäftigen. 1989 entstand eine erste Kindergartengruppe. 1993, als der Bürgerkrieg seinen Höhepunkt erreichte, fand in Tiflis die erste Tagung für kommende Schuleltern statt. 1994 wurde dann die erste Waldorfschule Georgiens in einem staatlichen Kindergartengebäude als autorisierte Schule gegründet. Ab 2001 folgten Erweiterungsbauten für Oberstufen-, Handwerks-, Musik- und Eurythmieräume, Saal und Mensa.

Heute hat die Schule 420 Schüler in den Klassen 1 bis 12. Im Jahr 2010 verlieh das georgische Bildungsministerium der Schule für ihre erfolgreiche Arbeit den Preis als beste Schule in Georgien.

Foto: Freie Waldorfschule Pforzheim/ Freie Waldorfschule am Kräherwald