+C11_2 u C11_3 Logo.tifWaldorfschulen sind Gemeinschaftsschulen

Landesverband begrüßt die Einführung des neuen Schultyps

Keine Schulform hat eine so reichhaltige Erfahrung mit Gemeinschaftsschulen wie die Waldorfschulen. Die gemeinsame Lernzeit in einer Klasse dauert hier zwölf Jahre. Schüler aller Begabungsstufen bleiben während dieser Zeit in einer Klasse zusammen. Sitzenbleiben und Abschulung kennen Waldorfschüler nicht. Erst am Ende der Schulzeit entscheidet sich, welcher Schüler welchen staatlichen Schulabschluss macht. Überdurchschnittlich viele verlassen die Schule mit einem hochwertigen Bildungsabschluss.

Die Waldorfschulen in Baden-Württemberg begrüßen den Beschluss der Landesregierung zur Einführung der Gemeinschaftsschule. Sie sehen sich damit in ihrer eigenen pädagogischen Ausrichtung bestärkt. „Bei der Einführung der Gemeinschaftsschule im kommenden Schuljahr kann sich das Land die Waldorfschulen zum Vorbild nehmen“, so Stefan Heusel, Mitglied im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen in Baden-Württemberg und Geschäftsführer an der Freien Waldorfschule Aalen. „Die Waldorfschulen haben hier eine bald 100 jährige Erfahrung mit dieser Schulform“, so Heusel. „Sie setzen sich seit 1919 für Chancengerechtigkeit, individuelle Förderung und Teamfähigkeit ein. “Im Lehrplan spielen deshalb neben den kognitiven Lernfächern die handwerklichen und künstlerischen Fächer eine genauso wichtige Rolle. „Die Lernfortschritte jedes einzelnen Schülers können so auf vielfältige Weise gewürdigt und gefördert werden“.

Individuelle Stärken - individuelle Föderung

Es ist ein Prinzip der Waldorfschulen, Schüler so spät wie möglich mit den Fragen des jeweiligen Prüfungsabschlusses zu konfrontieren. Meist am Ende der elften Klasse wird im Gespräch mit jedem einzelnen Schülern festgelegt, welchen staatlichen Schulabschluss dieser machen wird. Überdurchschnittlich viele Schüler einer Klassenstufe können so einen hochwertigen Bildungsabschluss erreichen.

Das Prinzip der Gemeinschaftsschule, dass Kinder verschiedener Begabungsstufen miteinander lernen, führt nicht zum „Einheitsbrei“wie von der Opposition behauptet. Allerdings werden in einer Gemeinschaftsschule Unterstützungssysteme erforderlich sein, insbesondere dann, wenn eine solche Schule inklusiv arbeiten will. Im Zentrum der pädagogischen Überlegungen steht dabei nicht die Frage, was ein Kind nicht kann, sondern die Frage, wo das einzelne Kind seine Stärken hat und wo es besonders gefördert werden kann. Um diese Bedingungen zu erfüllen, müssen die finanziellen und personellen Rahmenbedingungen stimmen. Die Vertreter der Waldorfschulen bieten dem Kultusministerium den konstruktiven Dialog und die aktive Unterstützung für die Umsetzungsmöglichkeiten dieses für Baden-Württemberg neuen Schultyps an.

In Baden-Württemberg sind 56 Waldorfschulen Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft. Rund 23.800 Schüler besuchen im Schuljahr 2011 / 2012 eine Waldorfschule in Baden- Württemberg.

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