Aus der Arbeit der Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe bei der GLS Treuhand

Kenia: Bienen und Zukunft – Bienen- und Menschenzukunft

Bienen für Kleinbäuerinnen und Umwelt

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Bienen können in den meisten Regionen Kenias eigentlich gut leben. Selbst in halbtrockenen oder trockenen Gebieten, in denen kaum landwirtschaftlicher Anbau möglich ist, finden Bienen noch gute Lebensgrundlagen. Doch auch in Kenia wird das emsige Insekt seltener. Im Rahmen des Kleinbäuerinnenprojektes sollen Bienenzucht und -haltung gefördert werden.

Im eher trockenen Mbeere Distrikt Zentralkenias lebt die Familie Nkuzi. Sie bauen etwas Gemüse an, das sie dank ihres Wassertanks bewässern können, und halten einige Milchziegen und Hasen. Mehr gibt ihr Land nicht her – es ist einfach zu trocken. Gemeinsam mit ihren Beratern von der Kleinbäuerinnenorganisation SACDEP stellten sie sich die Frage, welche anderen Möglichkeiten es geben könnte, um ein gesichertes Einkommen zu generieren. Diese Fragen führten zu den Bienen.

Mbeere Distrikt ist ein traditionelles Bienengebiet in Kenia. Die Menschen hier höhlten alte Baumstämme aus, hängten sie in die Bäume und warteten auf die Bienenvölker. Meist kamen sie auch. Einmal im Jahr wurde geerntet. Dazu wurden die ausgehöhlten Baumstämme angezündet. Die Bienen flohen vor dem Feuer und ihre Waben wurden komplett zerstört. Der so geerntete Honig war von schlechter Qualität, denn er war mit Wachs durchsetzt. Diese raue Behandlung schadete den Bienenvölkern und führte zu ihrer Dezimierung.

Außerdem sterben immer mehr Bienen durch den hohen Insektizid- und Pestizideinsatz auf Großplantagen, wo Ananas oder Blumen für den Export produziert werden. So findet man beispielsweise auf den Del Monte-Ananasfarmen und in ihrer Umgebung keine Bienen mehr.

Schutz für Bienen

Vor diesem Hintergrund machte sich unser Partner, die Kleinbäuerinnenorganisation SACDEP, die Förderung und Erhaltung der Bienen zur Aufgabe. Drei Ziele sollen dabei verfolgt werden: Lebens- und Überlebensbedingungen für Bienen werden erforscht und verbessert, Bienenvölker vermehrt und schließlich erzielen Kleinbäuerinnen durch Bienenhaltung ein zusätzliches Einkommen.

Auf einer Demonstrationsfarm siedelte SACDEP einige Bienenvölker an und erforschte die Wirkung unterschiedlicher Bienenstöcke auf ihr Leben. Auch wurden bienenfreundliche Pflanzen angebaut, um gute Ernährungsbedingungen für Bienen zu schaffen und damit einhergehende Honigqualitäten zu prüfen. Gleichzeitig dient dieser Ort zur Schulung von Kleinbäuerinnen in Haltung und Umgang mit Bienen sowie dem Erlernen einer möglichst schonenden Honigernte. Die Bedeutung der Bienen für die Umwelt wird genauso vermittelt wie die Auswirkung von Abholzung, Holzkohleherstellung und Feuerrodung auf ihre Verbreitung und die Umwelt. Weitere Schulungsinhalte sind die Verarbeitung des Honigs, seine Verpackung und Vermarktung.

Zwei Ernten pro Jahr

Die ersten Kleinbäuerinnen profitieren bereits von der Bienenhaltung. So erntet die Familie Nkuzi nun zweimal im Jahr Honig. Bis zu 15 kg Honig erzielen sie pro Bienenstock und Ernte. Der Honig erbringt 200 kenianische Schillinge pro Kilo, also insgesamt rund 6.000 kenianische Schillinge, das sind etwa 51 Euro pro Bienenstock und Jahr. Insgesamt haben sie fünf Bienenstöcke, mit deren Honig 255 Euro erzielt werden. Herr Nzuki erklärt lächelnd: „Ich schätze unsere Bienen sehr. Sie lassen unsere Umgebung blühen und versorgen mich und meine Familie mit ihrem Honig. Wir haben eine große gemeinsame Zukunft.”

Ein Bienenstock und die dazugehörige Imkerausstattung kosten knapp 60 Euro. Mit 125 Bienenstöcken für die Kleinbäuerinnengruppen soll begonnen werden. Dabei wird nur die Erstausstattung finanziert – der weitere Ausbau der Bienenhaltung soll aus den Erlösen des Honigverkaufs bezahlt werden. Insgesamt sind also 7.500 Euro notwendig.

Dr. Annette Massmann

Spendenzweck:

Kenia: Bienen für Kleinbäuerinnen

Spendenkonto: Zukunftsstiftung Entwicklungshilfe

GLS Gemeinschaftsbank eG

BLZ 430 609 67

Konto-Nr.: 12 330 010

Foto:

Herr und Frau Nkuzi neben ihrem Bienenstock.