Diktatur - Ich?

Antigone: Theater-Eurythmie-Projekt

6. u. 13.5.

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Stille, ernsthafte Auseinandersetzung einerseits und tiefgreifendes Annehmen andererseits: Diese Aufgabe stellten sich Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer der Hiberniaschule, um die existenzielle Anbindung an die Aussage des Dramas „Antigone” von Jean Anouilh(1910 –  1987) für sich – und hoffentlich dann auch für die Zuschauer – erlebbar werden zu lassen.

Die Mitwirkenden aus den Klassen 8abc, 10a, 11b, 12b der Hiberniaschule, dem Hibernia-Kolleg HK II  und dem Lehrerkollegium fanden sich oft neben dem Schulalltag zu den Proben zusammen, um dem anspruchsvollen Stück durch intensive Arbeit gerecht werden zu können. 

In dem Drama, einem der meistgespielten Stücke im Paris der letzten Monate der Besatzungszeit (1942 – 44), mit dem J. Anouilh seinen Weltruhm begründete, personifiziert er in Antigone eine Gestalt, die durch ihr Verhalten einen bis dahin unbekannten Schritt zur individuellen Freiheit wagt.

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Im Verlauf der gemeinsamen Theaterarbeit wurde klar, dass das Stück einer darstellerischen Vielschichtigkeit bedarf, um zu den verschiedenen Erlebnisebenen hindurchdringen zu können: Eurythmische und lyrische Elemente verdichten die Aussage und Botschaft der Interpretation. Musikalische Miniaturen, mit Musikern des HKII und des Kollegiums, werden in Form von klassischen und eigenen Kompositionen und Improvisationen eingewoben, die den Versuch eines Gesamtkunstwerkes unterstützen werden.

Antigone, eine der aussagekräftigsten Frauengestalten des klassisch-griechischen Altertums,   die in ihrer offenen, mutigen Lebensaussage keineswegs an Aktualität verloren hat! Sie weist uns in der künstlerischen Auseinandersetzung immer wieder auf uns selbst: Wie stehen wir zu dem, was wir denken, fühlen, sagen, tun? Wie aufrichtig sind wir? Wie bereit sind wir, unsere Kraft, unser Leben einer uns wesentlich erscheinenden Sache zu „opfern”? Welche Konsequenzen können und wollen wir er-tragen? In welcher Reihe steht Antigone in der Menschheitsgeschichte als Opfer, als Heldin, als Frau? Wie können wir lernen mit Diktatur oder Freiheitsimpulsen umzugehen?

Freitag, 6. Mai, 19.30 Uhr, Antigone, Hiberniaschule, Herne.

Freitag, 13. Mai, 19 Uhr, Antigone,  „Haus Münsterland”, Immelmannstr. 37, 48157 Münster (Westfalen).

Theater-Eurythmie-Projekt, aufgeführt von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern der Hiberniaschule, Herne.