Sieben Wochen Kunst und Natur

Steinsymposium der Alanus Hochschule in Norwegen

+B3_7.tif

Bald werden wieder dumpfe Hammerschläge und das Kreischen von Steinsägen auf dem Hof Olsby am Mjøsasee in Südnorwegen zuhören sein. Dort richten die Bildhauer der Alanus Hochschule vom 2. Mai bis zum 21. Juni ihre temporären Werkstätten ein, um inmitten der Natur zu arbeiten und zu leben. Auch künstlerisch Interessierte können am siebenwöchigen Steinsymposium des Fachgebiets Bildhauerei der Alfterer Kunsthochschule teilnehmen.

Für die Bildhauereistudenten ist das Kompaktseminar in Norwegen Teil ihres Studiums: Im zweiten Semester reisen Sie gemeinsam mit Bildhauereiprofessor Andreas Kienlin und weiteren Dozenten nach Olsby, um dort die Grundlagen der Steinbildhauerei zu erlernen. Künstlerisch Interessierte, die sich gemeinsam mit den Studenten auf die Reise begeben, können sich in dieser kreativen Arbeitsatmosphäre ebenfalls intensiv mit dem Material Stein auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit den Studenten erlernen sie etwa den sicheren Umgang mit Hammer und Meisel, sie schneiden den Stein mit Maschinen und polieren ihn mit Schleifpapier. Ihr Ausgangsmaterial, Larvikit, holen die Teilnehmer selber direkt aus dem nahegelegenen Steinbruch. Im Zentrum des Symposiums steht die individuelle Arbeit am eigenen Objekt, die von den Dozenten künstlerisch-kritisch begleitet wird.

Von dieser ungezwungenen und produktiven Arbeitsatmosphäre ist Ute Hentler immer noch begeistert. Die berufstätige Frau reiste im vergangenen Frühjahr für acht Wochen mit nach Norwegen und möchte diese Zeit im Nachhinein nicht mehr missen: „Ich habe es sehr genossen, zwei Monate in der Natur zu sein und mich mit der Steinbildhauerei zu beschäftigen.” Vor allem der offene Austausch mit den Studenten und Dozenten über künstlerische Themen und Gestaltungsfragen hat sie bereichert. „Gut war, dass die Studenten ebenso wie ich noch Anfänger waren – wir standen also vor ähnlichen Problemen.”

Wer Spaß an der Arbeit mit Stein hat, sollte in jedem Fall mit nach Norwegen fahren, empfiehlt Ute Hentler. Der Aufenthalt in Oslby wird ergänzt durch eine Rundreise zu den kulturellen und landschaftlichen Höhepunkten Norwegens. Die dabei gewonnen Eindrücke sollen in die eigene künstlerische Arbeit einfließen und zu Land-Art-Installationen anregen.

 Anja Piske

Weitere Informationen:  Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft, Villestr. 3, 53347 Alfter, Tel. 02222-9321-1146.