Noch sind wir jung

20 Jahre Rudolf Steiner Institut Kassel

Noch sind wir jung! Das war die Schlusszeile eines humorvollen Liedbeitrages, den das Kollegium des Rudolf Steiner Institutes, seinem Institut zu dessen 20. Geburtstag schenkte. Die Gäste, SeminaristInnen aller Kurse, KollegInnen und Dozenten und die Vereinsmitglieder der internen Geburtstagsfeier hatten ihr Vergnügen daran.

Das Fest stand unter dem Motto: Was war? Was ist jetzt? Was wird sein? Clowns, Luftballone, Cafe‘s mit Kaffeehausmusik, ein amüsantes Gespräch zwischen Gesine Fay, Elisabeth Vietor und Johannes Wolter mit zwei adretten „Talkerinnen“ auf der Couch, Gespräche und Gedanken zum „Jetzt“ und zwei außergewöhnliche Kunstdarbietungen - Cello solo und eine Tanzperformance - junger, ehemaliger StudentInnen des Institutes, führten am Schluss des Abends in die Zukunft.

Am 30. Juni sind alle MitarbeiterInnen, Mitglieder, Freunde, Helfer und Unterstützer die zum Gelingen diesen langen Weges beigetragen haben, als kleines Dankeschön, ins MärchenTheaterZelt von Nicole & Martin im Park Schönfeld in Kassel eingeladen, wo diese Künstler in Kooperation mit dem „Brüder-Grimm-Märchenfestival“ bis 2. Juli gastieren und Jung und Alt mit Musik – Schauspiel – Akrobatik – Erzählung – Junglage – Poesie begeistern werden.

Die Feierlichkeiten enden mit dem Blick in die Zukunft und einer kleinen, öffentlichen Veranstaltungsreihe: „schmied/gsam...... Expansão möglich mache …....milde“ so ihr etwas geheimnisvoller Titel. Die Themen „Spiel“ und „Jugend“ werden bei vielfältigen, offenen Diskussion, Foren und Workshops vom 26. - 28. Oktober im Mittelpunkt stehen, zu der gezielt auch die ehemaligen SeminaristInnen eingeladen werden.

Wie kam es zum Rudolf Steiner Institut?

Das Rudolf Steiner Institut für Sozialpädagogik in Kassel wurde im November 1990 gegründet und ging aus der 1969 begonnenen Doppelqualifikation an der Oberstufe der Waldorfschule Kassel als sogenannter „Erzieherzweig“ hervor. Das Kollegium mit Gesine Fay, Manfred Schulze, Elisabeth Vietor, C. Stantina und Johannes Wolter entwickelte zunächst das triale Konzept einer Erzieherausbildung - inhaltliche und künstlerische Kurse sowie unterrichtsbegleitende Schulkinder-Sozialarbeit - so weiter, dass Seminaristen aus dem ganzen Bundesgebiet und Europa aufgenommen werden konnten.

Zeitgleich wurden mit der Anthroposophischen Gesellschaft Kassel und anderen Partnern die Bauideen für das Kulturhaus Anthroposophisches Zentrum Kassel am Bahnhof Wilhelmshöhe vorangebracht. Johanni 1992 konnten die neuen Räume bezogen werden und zugleich der neue Fachbereich Heilpädagogik mit einem ersten Kurs beginnen. Im Jahr 2000 kam die Fachschule für Sozialassistenz dazu. Das neueste, in die drei anderen Ausbildungswege zu integrierende Ausbildungsfeld, ist ein Gärtnerhof, der Waldhof, der derzeit auch ein Schulkinder-Garten ist.

Das Kollegium hat sich auf zwölf Stellen erweitert, zu denen weitere GastkollegInnen regelmäßig hinzukommen. 200 Seminaristen studieren in den drei staatlich anerkannten Fachschulen, die auf Grundlage der anthroposophischen Menschenkunde arbeiten. Aus diesen heraus ist der Übergang zu Hochschulstudiengängen möglich.

„Noch sind wir jung...“ - wenn dieser humorvolle Liedtext nicht zu einer schönen Phrase werden soll, dann sind alle miteinander aufgefordert diese Jugendkräfte in sich zu suchen und wirksam zu entfalten. Denn Kinder brauchen sich entwickelnde Menschen für ihren Weg und das Gewahrwerden von Ideen in der Wirklichkeit, deren fruchtbare Entfaltung im Lebensalltag.

Gibt es einen besseren Zeitpunkt sich dieses immer wieder neu bewusst zu machen und gemeinsam an diesen lebendigen Ideen zu arbeiten, als das Jahr des 150. Geburtstages, des Namenspatrons des Institutes Rudolf Steiner?

Johannes Wolter